Richemont schließt Verkauf von Baume & Mercier an die Damiani-Gruppe ab
Der schweizerische Luxusgüterkonzern Richemont hat am Mittwoch den Abschluss des Verkaufs der Uhrenmanufaktur Baume & Mercier an die italienische Damiani-Gruppe verkündet. Die Transaktion, die bereits im Januar vereinbart worden war, umfasst den Erwerb von einhundert Prozent der Anteile an der Schweizer Marke. Alle aufschiebenden Bedingungen seien nun erfüllt, heißt es in einer Mitteilung. Über die finanziellen Details der Übernahme wurde demnach Stillschweigen vereinbart.
Die Transaktion unterstreicht das Bestreben spezialisierter, unabhängiger Konzerne, ihre Position im wettbewerbsintensiven Markt für „Hard Luxury“ zu festigen. Die Integration eines Hauses mit über 200-jähriger Geschichte ermöglicht es der Damiani-Gruppe, ihr Angebot über ihre Schmuckmarken Damiani, Salvini, Bliss und Calderoni sowie die Glaskunstmarke Venini hinaus zu diversifizieren.
##Entwicklungsperspektiven und Integration
Die langfristige Wachstumsstrategie der Damiani-Gruppe für Baume & Mercier wird sich zunächst auf den italienischen Markt konzentrieren. Dort verfügt die Marke bereits über eine starke Präsenz. Der Konzern plant, sein eigenes Vertriebsnetz zu nutzen, insbesondere seine auf Uhren und Schmuck spezialisierte Fachhandelskette Rocca.
Geplant ist zudem eine internationale Expansion im Einzelhandel durch die schrittweise Eröffnung eigener Boutiquen an strategischen Standorten. Um die Kontinuität des Geschäftsbetriebs während der Integrationsphase zu gewährleisten, wird Richemont für eine Übergangszeit weiterhin operative Dienstleistungen für Baume & Mercier erbringen.
Reaktionen der jeweiligen Unternehmensleitungen
Führungskräfte beider Unternehmen würdigten die die Vorteile der Vereinbarung. „Die Damiani-Gruppe ist ein langjähriger Partner von Baume & Mercier sowie von Richemont“, erklärte Richemont-CEO Nicolas Bos in einem Statement. „Sie betreibt erfolgreich mehrere unserer Partner-Boutiquen und vertreibt Uhren einiger unserer Marken über ihr Rocca-Netzwerk. Baume & Mercier ist in Italien stark vertreten, verfolgt ein Vertriebsmodell, das hauptsächlich auf Multimarken-Stores basiert, und ist im Segment des erschwinglichen Luxus positioniert. Daher ist die Damiani-Gruppe ideal aufgestellt, um das Haus in einer neuen Entwicklungsphase zu begleiten. Wir sind überzeugt, den besten Rahmen gefunden zu haben, damit Baume & Mercier in den kommenden Jahren seinen Aufschwung fortsetzen kann.“
Guido Damiani, der President der Damiani-Gruppe, bestätigte die Expansionspläne: „Wir freuen uns besonders, das Haus Baume & Mercier im Portfolio der Damiani-Gruppe willkommen zu heißen. Diese Akquisition ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Präsenz in der Welt der ‚Haute Horlogerie‘ und steht voll und ganz im Einklang mit unserer langfristigen Wachstumsstrategie.“
Damiani bekräftigte zudem, dass die Gruppe „das volle Potenzial des Hauses ausschöpfen und gleichzeitig sein bemerkenswertes uhrmacherisches Erbe bewahren und aufwerten wird.“
Für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/26 meldete die Richemont-Gruppe im Mai einen Anstieg des Nettogewinns um 27 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Diesen Zuwachs verdankte der Konzern dem Schmuckgeschäft und der Nachfrage auf dem amerikanischen Kontinent.
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