Schifffahrtsriesen befahren wieder vorsichtig die Route durch das Rote Meer

Der Hamburger Schifffahrtsriese Hapag-Lloyd und das dänische Logistikunternehmen Maersk haben gestern in einem Routen-Update bekanntgegeben, dass sie ihre Dienste auf der Route durch das Rote Meer mit sofortiger Wirkung wieder aufnehmen werden. Dies betrifft insbesondere den SE3-Service, das Tor von China über den Nahen Osten nach Europa.

SE3 startet in Qingdao in China oder Kwangyang in Südkorea. Danach geht es weiter ins nur etwa 400 Seemeilen entfernte Ningbo in China. Die Reise führt dann weiter nach Tanjung Pelepas in Malaysia, um die südostasiatischen Märkte abzudecken. Anschließend werden Port Said und der Hafen von Damietta in Ägypten in der Nähe des Suezkanals angelaufen. Diese bieten schnelle und effiziente Verbindungen nach Italien und Griechenland sowie zum Schwarzen und Roten Meer. Auf der Rückroute halten die Schiffe in den wichtigen Häfen von Colombo in Sri Lanka und Singapur.

Nahost-Tor von Asien nach Europa ist wieder offen

„Nach einer sorgfältigen Bewertung der aktuellen Sicherheitslage im Gebiet des Roten Meeres haben Hapag-Lloyd und Maersk beschlossen, eine strukturelle Änderung an einem der Gemini-Dienste vorzunehmen: Mit sofortiger Wirkung wird der SE3-Dienst nun über die Route des Roten Meeres statt über das Kap der Guten Hoffnung verkehren. Die erste Fahrt wird die der Majestic Maersk sein“, heißt es in der Mitteilung.

„Die Route durch das Rote Meer ist die effizienteste Verbindung für diese Fahrten. Sie hilft uns, unseren Kund:innen eine direktere und schnellere Transportmöglichkeit zwischen Asien und Europa zu bieten. Die Sicherheit unserer Besatzungen, Schiffe und der Fracht unserer Kund:innen hat für uns weiterhin höchste Priorität. Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten und betroffene Kund:innen über weitere relevante Änderungen informieren“, fügten Maersk und Hapag Lloyd hinzu.

Vorsichtige Rückkehr zum Roten Meer

Obwohl dies eine positive operative Nachricht ist, bleibt die Bekleidungsindustrie vorsichtig, da die Rückkehr zum Roten Meer stark von der regionalen Stabilität abhängt. Erst am Sonntag wurde ein Massengutfrachter im südlichen Roten Meer angegriffen. Der Angriff ereignete sich etwa 30 Seemeilen (55 Kilometer) südwestlich von Al Hudaydah (Hodeidah), einer strategisch wichtigen jemenitischen Hafenstadt, die derzeit von Houthi-Rebellen kontrolliert wird.

Nach Angaben von Schifffahrtsbehörden, darunter die United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO), näherte sich ein kleines, mit bewaffneten Angreifern besetztes Beiboot dem Massengutfrachter und eröffnete Feuer. Private Sicherheitskräfte an Bord lieferten sich ein kurzes Feuergefecht mit den Angreifern und erwiderten das Feuer erfolgreich, woraufhin sich das Beiboot zurückzog. Sowohl das Schiff als auch seine Besatzung sind in Sicherheit. Bislang hat sich noch keine Gruppe offiziell zu dem Angriff bekannt.

Westliche Marken setzen daher weiterhin auf diversifizierte Logistikstrategien. Sie halten beispielsweise Bahn- und Luftfrachtoptionen bereit, falls geopolitische Unbeständigkeit eine erneute, plötzliche Routenänderung verlangen sollte. Zudem ist der Wettbewerb um Containerplatz hart und die Preise sind nach wie vor hoch.

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