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Schottische Amazon-Angestellte klagen über “unerträgliche Bedingungen”

Von Simone Preuss

13. Dez. 2016

Business

Der Onlinehändler Amazon wurde vom schottischen Politker Willie Rennie, Anführer der Liberaldemokraten, beschuldigt, “unerträgliche Bedingungen“ für die Angestellten in seinem Lager im schottischen Dunfermline geschaffen zu haben.

Laut Rennie sind Mitarbeiter gezwungen, in Zelten in der Nähe des Amazon-Lagers zu campen, um Miete zu sparen. Diese wurden in Fotos von der Tageszeitung Courier dokumentiert und veröffentlicht. Zudem sollen Teilzeitkräfte laut einer Untersuchung der Sunday Times für Arbeitsausfälle durch Krankheit bestraft werden und unter enormen Druck stehen, ein bestimmtes Tempo bei der Bestellabwicklung einzuhalten.

Amazon hatte gerade 20.000 Teilzeitkräfte eingestellt - mehr als das Doppelte seiner regulären Arbeiterschaft - um auf dem Höhepunkt der Weihnachtssaison auszuhelfen. Laut Rennie, der Amazon bereits mehrmals aufgefordert hat, seine Arbeitsbedingungen im Warenlager in Dunfermline zu verbessern, decken sich die Anschuldigungen mit Berichten von Einheimischen über einen längeren Zeitraum. “Sie bestätigen, dass Amazon für viele unerträgliche Arbeitsbedingungen geschafften hat”, so Rennie.

“Das Unternehmen scheint nicht daran interessiert zu sein, Arbeiter länger zu beschäftigen, da es sie arbeiten lässt, bis sie nicht mehr können. Sie haben eine unterdrückende Kultur geschaffen, in der das Management und einige Mitarbeiter unnötigen Druck auf die Arbeiter ausüben. Es ist an der Zeit für Amazon, endlich ihre Methoden zu ändern. Das heißt, Löhne und Arbeitsbedingungen zu ändern. [Amazon] sollte sich schämen, dass sie ihren Arbeitern so wenig bezahlen, dass sie mitten im Winter in Zelten leben müssen, um über die Runden zu kommen”, fügte Rennie hinzu.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Amazons Arbeitsbedingungen in Warenlagern in Großbritannien angeprangert werden; bereits zuvor untersuchte der Observer in einer verdeckten Ermittlung die langen Arbeitsstunden, harte körperliche Arbeit und niedrigen Löhne.

Amazon hingegen nimmt sich von den Vorwürfen nichts an und betont, das Warenlager sei “ein sicherer und positiver Arbeitsplatz mit konkurrenzfähigen Löhnen und Sozialleistungen vom ersten Tag an”. Zudem verweist das Unternehmen auf Tausende von Arbeitsplätzen, die es in den letzten fünf Jahren in seinen Abwicklungszentren in Großbritannien geschaffen habe.

Fotos: Amazon Lager, Amazon Corporate