Das Weihnachtsgeschäft endete für viele Einzelhändler in einer großen Enttäuschung. Zu den Unternehmen, deren Hoffnungen sich in den branchenweit wichtigsten Wochen des Jahres nicht erfüllten, zählt auch der britische Sportartikelhändler Sports Direct. In einer lapidaren Meldung musste er Ende vergangener Woche einräumen, dass die Geschäfte vor dem Jahreswechsel unerwartet schlecht gelaufen waren.

Das Unternehmen erklärte, dass sich die Marktbedingungen seit der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen am 10. Dezember verschlechtert hätten. Zudem sei das Wetter auch in der entscheidenden Phase des Weihnachtsgeschäfts ungewöhnlich mild gewesen. „Daher gehen wir nicht mehr davon aus, im laufenden Geschäftsjahr unser Ziel von 420 Millionen Britischen Pfund für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichen zu können“, erklärte der Konzern. Angesichts der vorliegenden Zahlen und unter der Annahme, dass sich die Rahmenbedingungen bis zum Abschluss des Geschäftsjahres Ende April nicht wesentlich ändern werden, rechnet das Management nun mit einem bereinigten EBITDA im Bereich von 380 bis 420 Millionen Britischen Pfund.

Neben den widrigen Temperaturen und dem allgemein schwierigen Branchenumfeld machten dem Konzern zuletzt noch weitere Probleme zu schaffen. So musste er sich im Dezember harscher öffentlicher Kritik an seinen Arbeitsbedingungen stellen. Am Silvestertag beschloss er daraufhin, seinen fest angestellten Mitarbeitern sowie zahlreichen Aushilfskräften ab dem 1. Januar mehr als den in Großbritannien geltenden Mindestlohn zu zahlen. Die daraus resultierenden Kosten bezifferte das Unternehmen auf etwa zehn Millionen Britische Pfund pro Jahr.

Finanzexperten vermuteten, dass die Diskussionen um die sozialen Standards des Konzerns die Geschäfte in den vergangenen Wochen zusätzlich beeinträchtigt haben könnten. Außerdem kritisierten sie die Sortimentspolitik der Handelskette: Im Vergleich zu erfolgreicheren Konkurrenten hat Sports Direct ihrer Ansicht nach nicht genügend Produkte begehrter Weltmarken wie Nike oder Adidas im Angebot.

 

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