Schweiz: Uhrenexporte verzeichnen leichten Rückgang im ersten Halbjahr
Die Schweizer Uhrenexporte sind im ersten Halbjahr um 0,7 Prozent auf 12,8 Milliarden Schweizer Franken (13,8 Milliarden Euro) gesunken. Gründe dafür waren Einbußen auf dem US-amerikanischen und chinesischen Markt. Dies geht aus den Statistiken hervor, die der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie am Dienstag veröffentlichte.
Im Juni stiegen die Schweizer Uhrenexporte um 11,2 Prozent auf fast 2,4 Milliarden Franken. Ausschlaggebend dafür waren Zuwächse in den USA (+12,7 Prozent), Hongkong (+6,9 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emirate (+20,4 Prozent). In China wurde jedoch ein starker Rückgang von 16,5 Prozent verzeichnet.
Im gesamten ersten Halbjahr gingen die Exporte in die USA (-14,8 Prozent) und China (-5 Prozent) zurück. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wuchsen sie den vorliegenden Zahlen zufolge trotz der Krise im Nahen Osten um 1,6 Prozent.
Nach einem Rekordhoch im Jahr 2023 sah sich die Schweizer Uhrenindustrie zuletzt mit zwei schwierigeren Jahren konfrontiert. Dies lag an der sinkenden Nachfrage in China seit 2024 sowie der Einführung von Zöllen in den USA im Jahr 2025.
Uhrenexporte sind ein wichtiger Indikator, der von Finanzanalyst:innen genau beobachtet wird, um kurzfristige Trends im Luxussektor zu beurteilen. Die Auswirkungen der US-Zölle im vergangenen Jahr erschweren jedoch die Vergleiche.
Die Ankündigungen Washingtons Anfang April 2025 lösten in der Branche Panik aus. Die Uhrenhersteller beeilten sich, ihre Lagerbestände in den USA aufzustocken, bevor die neuen Zölle in Kraft traten.
Die Uhrenexporte in die USA stiegen daher im vergangenen Jahr im April um fast 145 Prozent und im Juli um 45 Prozent an. Ab August, als die Zölle eingeführt wurden, brachen sie jedoch ein. Seit letztem April haben einige Analyst:innen die Statistiken des Uhrenverbands neu berechnet. Sie klammern dabei die Exporte in die USA aus, um die sich abzeichnenden Trends besser zu verstehen.
Ende Juni erklärte das Beratungsunternehmen Bain & Company, dass es nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres eine Stabilisierung des Luxusgütermarktes im Jahr 2026 erwarte.
Das Unternehmen rechnet jedoch mit einer Marktentwicklung in „drei Geschwindigkeiten“. In den USA steigen die Luxusausgaben, während China Anzeichen einer allmählichen Erholung zeigt. Europa scheint das schwächste Glied zu sein. Grund dafür sind die Unsicherheiten bei den Ausgaben von Tourist:innen, die eine wichtige Einnahmequelle für Luxusgüteranbieter darstellen.
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