Schweiz: US-Geschäft belastet Uhrenexporte im April
Die Schweizer Uhrenexporte sind im April stark gesunken. Dies beruht nicht zuletzt auf einer sehr ungünstigen Vergleichsbasis im Handel mit den USA, die durch den Zollschock im gleichen Zeitraum des Vorjahres verursacht wurde. Das gab der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie am Dienstag bekannt.
Über alle Märkte hinweg fielen die Schweizer Uhrenexporte im Vergleich zum April 2025 um 16,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Schweizer Franken (2,3 Milliarden Euro). Der Rückgang in die USA belief sich laut den Erhebungen auf 56,4 Prozent.
Nach den Ankündigungen am vom Weißen Haus so genannten „Liberation Day“ hatten die Schweizer Uhrenhersteller massiv Uhren in die USA geliefert. Damit sollten vor Inkrafttreten der Zölle Lagerbestände aufgebaut werden.
Das Ausmaß des Rückgangs im April dieses Jahres sei daher „auf einen ungünstigen Basiseffekt zurückzuführen“, betonte der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie in der Mitteilung.
Ein Basiseffekt, der die Analyse verzerrt
In einer Marktanalyse betont Manuel Lang, Analyst bei Vontobel, die Zahlen für April seien durch den letztjährigen Anstieg der Lieferungen in die USA „stark verzerrt“.
Er schätzt jedoch, dass die „zugrundeliegende Entwicklung“ „weniger schlecht“ sei, als es den Anschein hat. Die Zahlen für die anderen Märkte deuten seiner Meinung nach auf eine „allmähliche Erholung des Uhrenmarktes“ hin.
Erholung in Asien und Spannungen im Nahen Osten
In Asien stiegen die Uhrenexporte nach China um 17,1 Prozent, nach Hongkong um 13,5 Prozent und nach Singapur um 17,3 Prozent. Laut dem Analysten unterstreichen diese Zahlen den Eindruck einer „Verbesserung“ in der Region.
Aufgrund des Krieges im Nahen Osten sanken die Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate um 9,5 Prozent, nach Saudi-Arabien um 17,3 Prozent und nach Katar um zwölf Prozent.
Reexporten beflügeln die Zahlen in Europa
In Europa stiegen die Uhrenexporte nach Frankreich um 46,3 Prozent. Dies spiegele jedoch nicht die „lokale Nachfrage“ wider, so der Analyst. Vielmehr handele es sich um Mengen, die dorthin für den Reexport geliefert werden. Die Ausfuhren nach Großbritannien sanken um 9,7 Prozent.
Der im April in China beobachtete Anstieg deute darauf hin, dass die Ausgaben „angesichts der reduzierten Touristenströme in Europa“ vermehrt vor Ort getätigt würden, stellen die Analyst:innen von Jefferies in einer Marktanalyse fest.
Bei der Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse im Mai hob der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont „ermutigende Zeichen“ nach „24 komplizierten Monaten“ für die Schweizer Uhrenindustrie hervor. Richemont ist Eigentümer des Juwelierhauses Cartier sowie der Uhrenmarken Piaget, IWC und Vacheron Constantin.
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