Schweizer Modefirmen sollen Bangladesch-Abkommen unterzeichnen

Morgen jährt sich zum fünften Mal der Jahrestag des Einsturzes des Rana Plaza Gebäudes in Bangladesch, bei dem 1138 Bekleidungsarbeiter getötet und mehr als 2000 teils schwer verletzt wurden. Grund genug für die Schweizer Organisation Public Eye, alle Schweizer Firmen, die in Bangladesch Textilien produzieren lassen, dem Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch beizutreten.

„Mehr als 145 internationale Unternehmen haben das kürzlich verlängerte Abkommen bereits unterschrieben. Mit Tally Weijl ist darunter aber bislang nur eine Schweizer Firma. Andere Schweizer Kleiderproduzenten wie Chicorée, Coop, Mammut, Manor, Migros und Zebra lassen zwar ebenfalls billig in Bangladesch produzieren, ignorieren das Abkommen aber und setzen allenfalls auf freiwillige Initiativen“, heißt es in der Begründung des Offenen Briefes.

Es geht darum, ein verbindliches, branchenweites Programm zu unterstützen, statt an firmeneigenen, freiwilligen Maßnahmen festzuhalten, die laut Public Eye weder flächendeckend noch rechtsverbindlich sind. In den letzten fünf Jahren hat das Bangladesch-Abkommen die Arbeitsplätze von rund zwei Millionen Bekleidungsarbeiterinnen und -arbeitern sicherer gemacht. Zudem haben Inspektionsteams mehr als 1600 Fabriken untersucht und über 118.500 Gefahren im Bereich Feuerschutz, elektrische Installationen und Statik identifiziert. 83 Prozent dieser Gefahrenquellen sind inzwischen behoben worden.

Public Eye appelliert an die Schweizer Bevölkerung, durch die Unterzeichnung des Offenen Briefes „Nie wieder Rana Plaza“ den Druck auf die weiter abseits stehenden Schweizer Modefirmen zu erhöhen. Der Offene Brief kann auf der Website der Organisation, publiceye.ch, eingesehen und unterzeichnet werden.

Public Eye wurde 1968 als Erklärung von Bern (EvB) gegründet. Die unabhängige Organisation, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, setzt sich für eine gerechtere Globalisierung ein und will Einfluss auf entwicklungspolitische Fragen nehmen. Zusammen mit Brot für alle und Fastenopfer startete die EvB den Schweizer Ableger der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign), die sich für die Rechte der Arbeiter und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der internationalen Bekleidungs- und Sportartikelindustrie einsetzt.

Foto: Public Eye-Website
 

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