Sir Philip Green will Arcadia einer "radikalen Überprüfung" unterziehen

Der britische Unternehmer Sir Philip Green, zu dessen Arcadia-Gruppe unter anderem die Marke Topshop gehört, hat Berater von Deloitte hinzugezogen, um eine "radikale Überprüfung" der Gruppe durchzuführen. Der Modekonzern könnte 100 Geschäfte shließen, wenn bisherige Mietverträge Ende 2020 auslaufen, berichtete die Zeitung The Telegraph.

Arcadia, Eigentümer von Topshop, musste seit 2016 mehr als 200 Filialen schließen und verzeichnet einen anhaltenden Umsatz- und Gewinnrückgang, der vermutlich zu dieser Entscheidung geführt hat. Sir Philip Greens Beratungsanfrage soll auch die Möglichkeit der Schließung von Geschäften in den Einkaufsstraßen beinhalten, um die finanzielle Belastung des Unternehmens zu verringern.

Bei der Analyse der Schließungszahlen von Arcadia fand der Telegraph heraus, dass die Marke Dorothy Perkins mit 62 Filialschließungen seit 2016 am Schlimmsten getroffen wurde. Evans und Wallis verzeichneten 41 bzw. 26 Schließungen. Die restlichen 80 Schließungen teilten sich zwischen Burton, Miss Selfridge, Topshop und Topman auf.

Mehr schlechte Nachrichten für die britischen Einkaufsstraßen

John Webber, Head of Business Rates beim Immobilienspezialisten Colliers International, sagte dem Telegraph: "Wir alle haben Umstrukturierungen von Einzelhandelsunternehmen miterlebt, die zu Filialschließungen und großangelegten Arbeitsplatzverlusten führten. Aber was leise geschieht, ohne Fanfaren, aber mit den gleichen verheerenden Ergebnissen, ist die stetige Zahl von Geschäften, die bei wegen Mietvertragsverlängerung oder wegen Unterbrechungs-Klauseln im Mietvertrag schließen müssen."

Arcadia ist nicht der einzige große britische Name, der mit Ladenschließungen konfrontiert ist. Letzten Monat kündigte die britische Bekleidungs- und Haushaltswarenmarke Laura Ashley an, dass sie 40 ihrer britischen Filialen und all ihre australischen Filialen schließen würde, da das Unternehmen seine Aufmerksamkeit auf den chinesischen Markt neu ausrichte. House of Fraser (HoF), New Look and Marks and Spencer kündigten ebenfalls die Schließung von Geschäften im vergangenen Jahr aufgrund von schwierigen Bedigungen im Einzelhandel an.

Am Montag prognostizierte ein Bericht des Immobilienberaters Altus Group, dass 2019 mehr als 23.000 Geschäfte in Großbritannien geschlossen werden sollen, bei denen bis zu 175.000 Arbeitsplätze gefährdet sind.

Die Schließungen stellen die Folge eines geänderten Konsumentenverhaltens dar. Die Konsumenten kaufen weiterhin mehr online, Rückgang der Fußgängerzahlen in den Einkaufstraßen hält an und die Kaufkraft sinkt inmitten der Unsicherheit über den Brexit. Viele britische kämpfen Einzelhändler damit, Mieten und andere Kosten zu zahlen, und ihre Geschäfte am Laufen zu halten.

Im Jahr 2018 zeigten Zahlen der Local Data Company (LDC), dass im Durchschnitt 14 Filialen pro Tag in ganz Großbritannien geschlossen wurden, davon 2.692 in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.

Fotos: Dorothy Perkins, Facebook

 

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