So digitalisiert Freitag: von Taschen-Tinder bis zum persönlichen Online-Designer

Seit heute hat auch der letzte Freitag-Store, in Deutschland nach dem Lockdown, wieder geöffnet. Da das Zürcher Taschenlabel in vielen Ländern weltweit vertreten ist und noch nicht alle Standorte den Verkauf aufgenommen haben, hat sich das Unternehmen eine Internetpräsenz aufgebaut, die über einen normalen Onlineshop hinausgeht. Die Möglichkeiten reichen von der Taschen-Tauschbörse bis zum individuellen Design.

Mit Freitag zum digitalen Taschendesigner

Das Zürcher Taschenlabel Freitag bringt den stationären Sweat-yourself-Shop online und lässt Kunden von daheim designen.

Das Geschäft in der Grüngasse, inmitten der Zürcher Innenstadt, bietet Kunden die Möglichkeit das Taschenmodell F718 BUH mitzugestalten. Nach einer Terminvereinbarung kommt der Kunde in den Sweat-yourself-Shop, wählt die “richtige” LKW-Plane, aus denen Freitag die Taschen herstellt, und werkelt mit.

Im Gegensatz zu den deutschen Stores ist das Geschäft in der Grüngasse, sowie die anderen Läden in der Schweiz oder Italien, noch wegen der Coronavirus-Maßnahmen geschlossen. Dafür öffnet ein neuer weltweit zugänglicher und digitaler Store seine Pforten: Sweat-yourself-Shop goes online.

Dadurch bietet der Taschenfabrikant seinen Kunden die Möglichkeit zum Taschendesigner zu werden, die Shopper-Bag F718 BUH zu personalisieren und das bequem vom eigenen Sofa.

So digitalisiert Freitag: von Taschen-Tinder bis zum persönlichen Online-Designer

So funktioniert es:

Der Kunde vereinbart unter freitag.ch/sweat-at-home einen Termin für die private Rucksack Design Session, die dann per Video-Call stattfindet. Allerdings kann es sein, dass die Nachwuchsdesigner etwas Wartezeit einplanen müssen, aktuell ist der nächste Termin frühestens in vier Wochen verfügbar (Stand: 27.4.20). Am Donnerstag wurde das Projekt gestartet und bereits jetzt haben sich mehr als 150 Interessenten angemeldet.

Während des Videotelefonats taucht der Anrufer in die Freitag-Mikromanufaktur ein und wählt, wie beim stationären Modell, das gewünschte Material aus und stellt die Tasche zusammen. Zur Unterstützung stehen dem Kunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Werkstatt zur Verfügung, die diesen beraten können. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, es gibt nur eine Ausnahme: Die Tasche darf nicht einfarbig sein.

Wenn alle Entscheidungen im Entstehungsprozess getroffen sind, heißt es abwarten und am Küchenfenster spionieren, wann der Postbote kommt - nach dem kreativen Prozess dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis das Endergebnis geliefert wird.

Eine selbstgestaltete Shopper-Bag F718 BUH kostet 155 Euro.

Tauschen statt kaufen

Bei der Shopping-without-any-payment (Swap) Methode können Freitag-Kunden ihre aktuelles Produkt aus dem Sortiment gegen eine Tasche eines anderen Kunden tauschen. Dafür muss die Tasche unter freitag.ch/de/itsmine registriert werden und anschließend für den Swap freigeschaltet werden.

Dann läuft es wie bei einer Dating-App, nur in der Browserversion: mit einem schicken Taschen-Profilbild glänzen und die anderen freigegebenen Taschen durch wischen - nach recht schieben heißt das Objekt gefällt und nach links nicht. Entweder heißt es dann warten bis eine andere Person, dessen Tasche einem gefällt, auch nach rechts geblättert hat oder es geht in die Eigeninitiative und hinterlässt der auserkorenen Tasche eine Nachricht, um diese anzufragen.

So digitalisiert Freitag: von Taschen-Tinder bis zum persönlichen Online-Designer

Nach einem Treffer verhandeln die Parteien über den Tausch und ob eine Seite vielleicht noch etwas dazu bezahlen muss, weil es sich um unterschiedliche Größen handelt und eine größere Preisspanne dazwischen liegt. Sind sich die Handelspartner einig werden die Taschen getauscht und verschickt. Der Deal liegt dabei ganz in den Händen der Händler.

“Mit ‘Swap’ verkuppeln wir tauschwillige Freitag Taschenbesitzerinnen und -besitzer. Wir, die Freitag lab AG, sind dabei nur als Kuppler aktiv. Der tatsächliche Tausch und alle damit verbundenen Eventualitäten liegen allein in deiner Verantwortung”, so das Unternehmen auf seiner Website.

Seit Oktober läuft die Tauschaktion und mittlerweile sind mehr als 3000 Taschen & Accessoires angemeldet, 70 Taschen getauscht und 250 Tauschvorgänge laufen noch.

Bild: Yves Bachmann (Titelbild)/Freitag

 

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