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So will Decathlon in Deutschland bis 2026 wachsen

Von Weixin Zha

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Bild: Decathlon

Der französische Sportkonzern Decathlon verfolgt ehrgeizige Ziele in Deutschland. In den kommenden fünf Jahren soll sich das Bruttowarenvolumen auf 2,6 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, sagte Deutschland-Geschäftsführer André Weinert am Dienstag.

Im laufenden Jahr rechnet Decathlon mit einem Anstieg des Nettoumsatzes um 6,6 Prozent auf 711,7 Millionen Euro. Bereits 2022 beschleunigt sich das Wachstum auf 36 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro – bei dieser Prognose geht der Sportkonzern davon aus, dass die Erlöse der Filialen nicht erneut durch Lockdowns geschmälert werden.

CEO André Weinert präsentiert Decathlons Wachstums-Plan. Bild: Screenshot Decathlon-Pressekonferenz

„Unser langfristiges Ziel: Wir möchten die erste Adresse für Sportprodukte in Deutschland werden”, verkündete Weinert bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Seit 35 Jahren ist das 1976 gegründete Familienunternehmen bereits in Deutschland aktiv, aber am Dienstag gab Decathlon zum ersten Mal bei einer Pressekonferenz Einblick in sein deutsches Geschäft und seine Strategie bis 2026. Hierzulande arbeiten mehr als 5100 Menschen für das Sportartikelunternehmen, mehr als 70 Prozent im Retail und 22 Prozent in der Logistik.

Marktplatz mit Sport-DNA

Grund für die öffentliche Charmeoffensive ist die neue Strategie des Sporthandelsunternehmens. Bisher setzte Decathlon in Deutschland mit dem Ausbau seines Filialnetzes stark auf sein stationäres Geschäft mit 75 Eigenmarken. Heute machen die Eigenmarken rund 80 Prozent des Laden-Sortiments aus, so Weinert. Die Anzahl der Filialen soll bis 2026 von 83 auf 110 anwachsen, dabei schließt das Unternehmen Überprüfungen des Ladennetzes mit Schließungen nicht aus.

Das weitere Wachstum soll in den kommenden Jahren vor allem aus dem dem Onlinegeschäft kommen. Knapp 60 Prozent des Bruttowarenvolumens von 2,5 Milliarden Euro soll 2026 aus dem digitalen Geschäft stammen. Bereits 2021 erwartet Decathlon, dass der Onlineanteil 40 Prozent des Nettoumsatzes ausmacht.

Statt auf einen, setzt Decathlon nun auf vier regionale Campus-Standorte, um Talente zu halten und neue Mitarbeitende zu gewinnen. Bild: Decathlon

Sehr viele der Partnermarken haben in der Vergangenheit zu Decathlon gesagt, dass es schade sei, dass die großen Marktplätze Generalisten sind und kein Angebot von einem Marktplatz im Sportbereich existiere, erzählt der Geschäftsführer. „Genau da wollen wir angreifen.”

Seit April ist der Marktplatz live mit 200 Marken, zu den Partnerunternehmen gehören Runamics oder Mistral, aber auch Adidas und Puma.

Erlebnisfilialen mit Reparaturservice

Decathlon schafft es bisher gut Familien, anzusprechen und will darüber hinaus auch mehr Kinder und Jugendliche mit Sportzubehör versorgen. Bei der Gruppe der Sportbegeisterten müsse das Unternehmen aber noch aufholen, sagt Weinert.

Um mehr Menschen für die Marke Decathlon zu begeistern, setzt Decathlon künftig auf das Konzept der Erlebnisfilialen mit einem lokal zugeschnittenen Angebot. Das Ziel sei es, mit oft großflächigen Filialen mit Testflächen das beliebteste Sportziel vor Ort zu werden.

Decathlon bietet Camping-Testflächen in den Filialen. Bild: Decathlon

In den fünf Städten München, Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt wird Decathlon verstärkt investieren, um seine Bekanntheit zu steigern. In Hamburg suche das Unternehmen noch nach einer geeigneten Fläche für einen Flagship-Store.

Im kommenden Jahr wird der Filialist im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsbestrebungen auch beginnen einen Reparaturservice und Secondhand-Sortiment für Fahrräder anzubieten. Auch für Outdoor-Jacken sei ähnliches in Planung, sagte Weinert bei der Pressekonferenz.

Fokus auf fünf Sportarten und neue Marke

Decathlon definiert fünf Sportarten und Bereiche, auf die es sich künftig verstärkt konzentrieren will. Dazu gehören: Radsport, Outdoor, Fitness, Wassersport und Athleisure.

In Zukunft will Decathlon auch selbst als Marke mit einem Zusatz auf den Produkten seiner Eigenmarke stärker in den Vordergrund treten. „Wir sind geboren als ein Sporthändler, Ende der Neunziger sind unsere Marken auch dazu gekommen”, erzählt der Geschäftsführer. „Heute sind wir sowohl Marke als auch Händler, und ich denke, das ist etwas ganz besonderes.”

Decathlon als Markenzusatz. Bild: Screenshot Decathlon-Pressekonferenz
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