Spinnova bereitet US-Börsengang zur Finanzierung der Skalierung seiner Fasertechnologie vor
Das finnische Materialtechnologie-Unternehmen Spinnova bereitet einen möglichen Börsengang in den USA vor. Das Unternehmen will mindestens 15 Millionen US-Dollar einnehmen, um die Kommerzialisierung und Skalierung seiner holzbasierten Textilfasertechnologie zu unterstützen.
Das Unternehmen hat vertraulich einen Registrierungsentwurf für einen geplanten Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Spinnova teilte mit, dass weder die Preisspanne noch die Anzahl oder Art der anzubietenden Wertpapiere festgelegt wurden. Das Angebot unterliegt weiterhin den Marktbedingungen und anderen regulatorischen Anforderungen.
Bei einem erfolgreichen Abschluss würde der Börsengang Spinnova eine Doppelnotierung verschaffen. Die Aktien würden weiterhin am Nasdaq First North Growth Market Finland gehandelt und zusätzlich an einer US-Börse notiert werden. Das Unternehmen beabsichtigt, die Erlöse zur Beschleunigung seiner Demonstrationsanlage in Eteläportti, zur Förderung der Kommerzialisierung und für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden.
Dieser Schritt folgt auf eine herausfordernde Zeit für Spinnova. Die Produktion in der Woodspin-Demonstrationsfabrik wurde 2025 eingestellt, nachdem der brasilianische Zellstoffhersteller Suzano weitere Investitionen aus dem gemeinsamen Joint Venture zurückzog. Spinnova erwarb daraufhin die vollständigen Anteile an Woodspin und Suzano Finland und übernahm die Kontrolle über die Anlagen und die Faserproduktion.
Im April nahm Spinnova die Testläufe in der Anlage in Jyväskylä wieder auf. Damit soll die Funktionsfähigkeit der Technologie in größerem Maßstab nachgewiesen werden, mit dem Ziel, die Produktionseffizienz und Faserqualität zu verbessern. Zudem hat das Unternehmen ein Industriekonsortium zur Unterstützung der Kommerzialisierung aufgebaut. Dazu gehört auch das Ingenieurunternehmen Sulzer, das im Februar beitrat, um die industrielle Reife und Kosteneffizienz der Technologie zu verbessern.
Spinnova hat bereits Interessensbekundungen und Abnahmevereinbarungen von Modemarken wie der H&M Group, Marimekko, The North Face, Armedangels und Tommy Hilfiger erhalten. Diese Partnerschaften haben sich jedoch noch nicht in nennenswerten Umsätzen niedergeschlagen.
Das Unternehmen meldete für 2025 einen Umsatz von nur 344.000 Euro, was einem Rückgang von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig hat sich der operative Verlust auf 41,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt.
ODER ANMELDEN MIT