Starke Exporte: Dänische Bekleidungsindustrie schließt 2015 mit Umsatzplus ab

Pünktlich zur Copenhagen Fashion Week, die am Mittwoch beginnen wird, kamen gute Nachrichten von der dänischen Textilindustrie: Der Verband Dansk Mode & Textil (DMOGT) veröffentlichte am Montag aktuelle Zahlen zur Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr. Demnach steigerte die Branche ihre Exportumsätze nicht zuletzt dank starker Geschäfte in Deutschland kräftig. Aber auch auf dem lange schwächelnden Heimatmarkt konnten die Bekleidungsunternehmen wieder zulegen.

Der Gesamtumsatz der Branche belief sich den vorgelegten Zahlen zufolge 2015 auf 41,9 Milliarden Dänische Kronen, umgerechnet rund 5,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um vier Prozent. Nachdem die Erlöse auf dem dänischen Heimatmarkt in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen waren, stiegen sie diesmal um 1,4 Prozent auf 15,6 Milliarden Dänische Kronen. Den Großteil ihres Umsatzes erwirtschaftete die Branche aber erneut im Ausland: Die Exporterlöse wuchsen im Vergleich zu 2014 um sechs Prozent auf 26,3 Milliarden Dänische Kronen.

Im wichtigsten Auslandsmarkt Deutschland wuchsen die Erlöse dänischer Bekleidungsunternehmen um fast 14 Prozent

Maßgeblichen Anteil daran hatte die Entwicklung in Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Auslandsmarkt dänischer Bekleidungsunternehmen: Ihr Umsatz hierzulande stieg um bemerkenswerte 13,8 Prozent auf knapp 7,4 Milliarden Dänische Kronen (986 Millionen Euro). Michael Hillmose, bei DMOGT für das internationale Geschäft zuständig, hob den deutlichen Aufschwung im Handel mit dem großen südlichen Nachbarn hervor: „2014 hatte die Wachstumsrate nur bei sechs Prozent gelegen, inzwischen haben dänische Modeunternehmen ihre Bemühungen auf dem deutschen Markt wirklich intensiviert“, erklärte er.

Auch für die absehbare Zukunft rechnet Hillmose mit weiteren Zuwächsen in Deutschland: Die Erfahrungen dänischer Unternehmen auf den jüngsten Berliner Modemessen seien „positiv“ gewesen, sie hätten die Beziehungen zu bestehenden Kunden weiter ausgebaut und neue hinzugewonnen, sagte er. Zudem sieht er noch „hervorragendes Wachstumspotenzial“ in Deutschland, weil die meisten dänischen Unternehmen bisher nur in wenigen Bundesländern vertreten seien. Eine Umfrage unter zum Verband gehörenden Unternehmen untermauerte Hillmoses Optimismus: 72 Prozent der Befragten rechnen mit Umsatzzuwächsen in Deutschland in den kommenden sechs Monaten.

In den kommenden Jahren will die dänische Modebranche ihre Exporterlöse auf dreißig Milliarden Kronen steigen

Deutliche Zuwächse erzielten die Dänen auch in Großbritannien (+25,0 Prozent; 1,6 Milliarden Dänische Kronen) und Frankreich (+15,4 Prozent; 1,2 Milliarden Dänische Kronen) sowie in den lange unter den Folgen der Finanzkrise leidenden Mittelmeerländern Italien (+19,6 Prozent; 977 Millionen Dänische Kronen) und Spanien (+7,3 Prozent; 928 Millionen Dänische Kronen). Auch in den Niederlanden (+3,9 Prozent; 2,3 Milliarden Dänische Kronen) und Belgien (+5,3 Prozent; 1,0 Milliarden Dänische Kronen) verbuchte die Branche solide Fortschritte.

Demgegenüber schwächelten die nordischen Nachbarländer, die traditionell zu den größten Absatzmärkten dänischer Bekleidungshäuser gehören. In Schweden, dem nach Deutschland zweitwichtigsten Exportziel, erzielten sie immerhin ein kleines Umsatzplus (+2,6 Prozent; 3,4 Milliarden Dänische Kronen), in Norwegen (-4,9 Prozent; 2,4 Milliarden Dänische Kronen) und Finnland (-12,9 Prozent; 1,3 Milliarden Dänische Kronen) waren die Erlöse hingegen rückläufig.

Angesichts der guten Entwicklung in vielen anderen Märkten und insbesondere in Deutschland rechnet Dansk Mode & Textil aber mit einem weiteren Wachstum der Exporterlöse in den kommenden Jahren: In absehbarer Zeit würden diese auf dreißig Milliarden Dänische Kronen steigen, prognostizierte der Verband.

Foto: Fashionunited
 

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