Stefanel steht vor Insolvenzverfahren

Die Aktie des italienischen Modekonzerns Stefanel SpA wurde am Donnerstag vom Handel ausgesetzt, nachdem dieser am Mittwoch in einer Mitteilung die Einleitung eines Insolvenzverfahrens bekannt gab.

Nach einem deutlichen Umsatzverlust, der bereits 2016 begann, musste das Unternehmen im November des gleichen Jahres Gläubigerschutz beantragen, nachdem eine Suche nach Kapitalgebern zunächst erfolglos verlief.

Nach einer Umschuldung übernahm der Investmentfond Attestor Capital im Jahr 2017 Kontrolle über das Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung, die den Anteil von Gründer Giuseppe Stefanel auf 16 Prozent reduzierte.

„Der Aufsichtssrat hat beschlossen, auf das vorbehaltliche Vergleichsverfahren mit den Gläubigern zu verzichten, das am 14. Dezember 2018 eingeleitet wurde, und stattdessen einen Vergleichsvorschlag für die Gläubiger mit Frist vom 14. Juni einzureichen. Der Aufsichtsrat beschloss auch, eine Insolvenzerklärung gemäß der Gesetzesverordnung Nr. 270 von 1999 beim zuständigen Gericht einzuleiten“, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch.

Das Unternehmen hatte bis Mitte Juni Zeit, einem Konkursgericht einen Umstrukturierungsplan vorzulegen, konnte sich aber mit Gläubigern und Gläubigerbanken nicht darauf einigen, wie es den 40 Millionen Euro Schuldenberg angehen sollte.

„Die Entscheidung wurde wegen des großen Geldbetrags getroffen, der im nächsten Jahr für die Rückzahlung der Gläubiger verwendet werden soll, Ressourcen, die damit aus dem Sanierungsplan genommen worden wären“, erklärte der Vorstand die jüngste Maßnahme des Unternehmens laut Reuters am Donnerstag in einem Brief an seine Mitarbeiter.

Wie nicht wenigen anderen Modeunternehmen auch hat der zunehmende Konkurrenzkampf durch Fast Fashion-Unternehmen und Onlinehändler dem 60 Jahre alten Unternehmen das Leben in den letzten Jahren schwer gemacht. Zudem ist Stefanel seit Juli 2018 ohne Geschäftsführer, nachdem Christiano Portas, der den vorübergehenden Geschäftsführer Stefano Visalli im Januar 2018 ablöste, nach nur sechs Monaten wieder ging, um sich neuen professionellen Herausforderungen zu stellen.

Foto: Stefanel Website

 

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