Steht Capri Holdings zum Verkauf?

Der US-amerikanische Modegigant Capri Holdings steht möglicherweise zum Verkauf. Potenzielle Käufer:innen sollen laut WWD bereits Interesse an dem Modekonzern bekundet haben. Das Medienunternehmen berichtet, dass Capri, zu dem weiterhin Michael Kors und Jimmy Choo gehören, Kontakt zu Investor:innen aufgenommen hat, die an einer Übernahme interessiert sein könnten. Im Dezember 2025 hatte der Konzern bereits Versace an Prada verkauft.

Der Prozess ist derzeit noch informell. Eine Quelle deutete an, dass eine Transaktion in naher Zukunft unwahrscheinlich sei. Einige potenzielle Käufer:innen sollen die Finanzdaten von Capri bereits eingesehen haben. Ein Sprecher von Capri lehnte es ab, sich gegenüber WWD zu „Gerüchten oder Spekulationen“ zu äußern.

Das wechselnde Portfolio von Capri

Die jüngsten Spekulationen folgen auf eine Zeit bedeutender Veränderungen für Capri. Der Konzern hatte ursprünglich einer Übernahme durch die Coach-Muttergesellschaft Tapestry für 8,5 Milliarden US-Dollar zugestimmt, doch die Vereinbarung wurde Ende 2024 aufgrund kartellrechtlicher Bedenken aufgegeben. Anschließend verkaufte Capri Versace für 1,4 Milliarden US-Dollar an Prada. Mit den Erlösen reduzierte das Unternehmen seine Schulden und richtete den Fokus wieder auf Michael Kors und Jimmy Choo.

Die verbleibenden Marken durchlaufen nun unter der Leitung des Vorsitzenden und Chief Executive Officer (CEO) John Idol Sanierungsprogramme. Michael Kors reduziert seine Abhängigkeit von Werbeaktionen, verstärkt die Marketingaktivitäten und modernisiert sein Filialnetz. Jimmy Choo ist unterdessen weiter gewachsen.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 meldete Capri einen Umsatz von 769 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz von Michael Kors sank um 7,1 Prozent auf 590 Millionen US-Dollar, während der von Jimmy Choo um 10,5 Prozent auf 179 Millionen US-Dollar stieg. Der Nettogewinn des Konzerns erhöhte sich von 56 Millionen auf 69 Millionen US-Dollar und die Bruttomarge verbesserte sich von 63 auf 65 Prozent.

Mögliche Hürden

Laut WWD ist die Marktkapitalisierung von Capri auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar gefallen, verglichen mit mehr als zehn Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 und über 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014.

Derivative Verbindlichkeiten könnten eine Transaktion erschweren. WWD berichtet, dass das Unternehmen derivative Verbindlichkeiten in Höhe von 809 Millionen US-Dollar hat, die bei einem Kontrollwechsel sofort fällig werden könnten. Capri erklärte, die Zahl stelle den Marktwert seiner Nettoinvestitions-Absicherungsverträge dar und sollte nicht als feste Verbindlichkeit betrachtet werden.

Die jüngsten Ergebnisse des Unternehmens zeigen, dass es sich weiterhin auf seine zwei verbleibenden Marken konzentriert. Für das Geschäftsjahr 2027 wird ein Umsatz von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar und ein Betriebsergebnis von rund 170 Millionen US-Dollar erwartet.


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