Steilmann: Börsengang im Kleinformat

Große Hoffnungen hatte der in Bergkamen beheimatete Bekleidungskonzern Steilmann SE noch vor wenigen Wochen in seinen Börsengang gesetzt. Mehr als 19 Millionen neue Aktien wollte das Unternehmen anfänglich ausgeben, wäre die ursprüngliche Preisspanne ausgeschöpft worden, hätte das rund 83 Millionen Euro in die Kassen gespült. Allein, die Anleger spielten nicht wie erhofft mit. Zweimal musste Steilmann angesichts der mangelnden Nachfrage das Angebotsvolumen reduzieren, obwohl der Ausgabepreis am Ende bei 3,50 Euro und damit am unteren Rand des ursprünglichen Zielkorridors lag. Letztlich reichte es trotzdem nur zu einer Minimalplatzierung. „Sämtliche 2.250.000 neu auszugebende, auf den Inhaber lautende Stammaktien sowie 250.000 Aktien im Zuge einer der Mehrzuteilung wurden zugeteilt“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit belief sich der Bruttoerlös inklusive der Mehrzuteilungen auf gerade einmal 8,8 Millionen Euro.

"Minimalplatzierung" bringt dem Unternehmen 8,8 Millionen Euro ein

Auch die Mehrheitsverhältnisse im Konzern, zu dem die Marken Steilmann, Kapalua, Apanage und Stones sowie die Handelskonzepte Boecker und Adler gehören, bleiben damit eindeutig: „Der bisherige Aktionär der Steilmann SE hat im Zuge des Börsengangs keine Anteile abgegeben und bleibt im Unternehmen in vollem Umfang investiert. Unter der Annahme, dass die Greenshoe-Option vollständig ausgeübt wird, werden circa elf Prozent des Aktienkapitals der Steilmann SE nach dem Börsengang im Streubesitz gehalten“, erklärte das Unternehmen.

Immerhin hat es mit dem IPO überhaupt geklappt. Nun sollen die Aktien am 5. November erstmals unter dem Kürzel STE im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Ursprünglich hatte das Unternehmen den Börsengang rund eine Woche früher vollziehen wollen – aber die unerwartete Zurückhaltung der Anleger ließ das nicht zu.

Obwohl die ursprünglichen Hoffnungen enttäuscht wurden, zog Michele Puller, der CEO der Steilmann SE, ein einigermaßen positives Fazit: „Unsere strategischen Ziele bleiben unverändert bestehen, die Notierung ist angesichts der Kapitalmarktsituation im besten Interesse des Unternehmens, und gleichzeitig eröffnet uns die Börsennotierung im Prime Standard weitere flexible Finanzierungsmöglichkeiten“, erklärte er. Die Erlöse aus dem Börsengang will der Konzern für weitere Zukäufe, den Ausbau des Vertriebsnetzes und den Schuldenabbau verwenden.

Foto: Steilmann SE

 

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