Steilmann eröffnet Insolvenzverfahren

Ende Februar musste das Modeunternehmen Steilmann Insolvenz anmelden; am Mittwoch ging es am Amtsgericht Dortmund vom vorläufigen ins eröffnete Insolvenzverfahren über. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus, der das Bergkamener Unternehmen auch im vorläufigen Verfahren betreute. Spätestens in drei Monaten muss er eine Gläubigerversammlung einberufen, die dann über den weiteren Verlauf des Verfahrens entscheiden soll.

Kebekus' Hauptaufgabe ist jetzt, Käufer für die 70 verschiedenen Tochtergesellschaften der Unternehmensgruppe zu finden; bei drei Unternehmen war er schon erfolgreich: Die Jansen Textil GmbH und die Kettenbach GmbH wurden von der Wünsche Group übernommen, dies bestätigte ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Donnerstag. Der Hamburger Konzern, zu dem Jansen Textil bereits früher gehörte, übernimmt den operativen Geschäftsbetrieb und die insgesamt 120 Mitarbeiter.

Vor gut einer Woche ließ Steilmann verlauten, einen Käufer für die Modefirma Nienhaus & Lotz gefunden zu haben - sie wird an die HKG Garment Solution verkauft und die fast 20 Mitarbeiter sollen übernommen werden. Für weitere Geschäftsbereiche gibt es ebenfalls Interessenten; so sollen die Adler-Modemärkte an einige Filialen der Boecker-Kaufhäuser interessiert sein.

Drei Teilbereiche bereits verkauft

Bei Steilmann werden die Geschäfte zunächst weiterlaufen - das Unternehmen muss operativ Geld verdienen, um seine Mitarbeiter bezahlen können, die auch im Juni ihren regulären Lohn erhalten sollen. Weltweit hat der Konzern über 3.000 Mitarbeiter, davon allein 160 in Deutschland.

Steilmann wurde 1958 als kleine Näherei in Wattenscheid gegründet und wurde schon bald zu einem der größten Mantelhersteller Deutschlands. Das Unternehmen wuchs und hatte bald seine Produktpalette auf alle Segmente des Bekleidungsmarkts erweitert. Nach einer Schließung der Produktion in Deutschland und Verlagerung in Billiglohnländer nahm das Eigenkapital des Unternehmens startk ab; 2003 schrieb es zum ersten Mal rote Zahlen. Im 2006 wurde der Konkurs mit der Übernahme von Steilmann durch die italienische Miro-Radici-Gruppe, die 2012 in Steilmann Holding AG umbenannt wurde, abgewendet. Im Jahr 2010 zog Steilmann von Wattenscheid nach Bergkamen in die Nähe des Mutterkonzerns.

Foto: Steilmann Website

 

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