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Tex-Eco-Initiative: indische Textil- und Bekleidungsexporteur:innen rüsten sich für Einhaltung globaler ESG-Anforderungen

Der Anfang dieser Woche vorgestellte indische Haushaltsplan für 2026-27 skizziert strategische Veränderungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie. Ziel ist es, die Rolle des Landes in der globalen Lieferkette zu stärken, wobei der Fokus auf Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und Technologie liegt. Die Tex-Eco-Initiative wurde als eine der Säulen des „Integrierten Programms für Textilien“ vorgestellt, die die indische Textil- und Bekleidungsherstellung an die strengen globalen ESG-Standards (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) anpassen soll.

Das Hauptziel der Initiative ist es, sicherzustellen, dass Bekleidung „Made in India“ den kommenden Vorschriften der EU und Nordamerikas für die Jahre 2026 bis 2030 entspricht. Indische Exporteur:innen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), sollen nicht aufgrund von Verstößen von diesen Märkten ausgeschlossen werden. Mit diesen Anstrengungen möchte die indische Regierung den zweitgrößten Beschäftigungssektor des Landes zukunftssicher machen.

FashionUnited hat die Nachhaltigkeitsanforderungen sowie den operativen Fokus der fünf Kernbereiche der Tex-Eco-Initiative zusammengefasst.

1) Globale Konformität und Rückverfolgbarkeit

Die Initiative bereitet indische Exporteur:innen auf die EU-Strategie für nachhaltige und zirkuläre Textilien vor. Die EU-Verordnung über Ecodesign für nachhaltige Produkte (ESPR) und der Digitale Produktpass (DPP) sollen zwischen 2026 und 2030 verbindlich werden. Erstere fordert, dass Kleidungsstücke langlebig, recycelbar und frei von gefährlichen Substanzen sein müssen; letzterer fördert die Einführung der digitalen Nachverfolgung, um Informationen über Herkunft, Materialzusammensetzung und Recyclingfähigkeit eines Kleidungsstücks zu gewährleisten.

Im Rahmen der Initiative wird die Regierung KMU finanziell unterstützen. Dies soll die Implementierung von Blockchain-basierten oder KI-gestützten Lieferkettenverfolgungssystemen ermöglichen, um Angaben wie „biologisch“ oder „recycelt“ zu überprüfen, zu belegen und so den Risiken von Greenwashing entgegenzuwirken.

2) Kreislaufwirtschaft und Recyclingzentren

Eine wesentliche Anforderung der Tex-Eco-Initiative ist der Übergang von der linearen Produktion („take-make-waste“) zur Kreislaufwirtschaft. Dafür wird die indische Regierung Mittel bereitstellen, um traditionelle Zentren wie Panipat, die „Metropole der Welt für Altkleider‘“ und Coimbatore, das „Manchester Südindiens“, in hochmoderne Textilrecycling-Zentren umzuwandeln.

Hersteller:innen erhalten zudem Anreize, Textilabfälle zu verwenden, die vor und nach dem Verbrauch anfallen. Beispielsweise richten Unternehmen wie das indische Filatex India ihre Ecosis-Plattformen bereits auf Tex-Eco aus, um molekular regeneriertes Polyestergarn herzustellen.

3) Chemikalien- und Umweltsicherheit

Die Tex-Eco-Initiative geht über „grüne Energie“ hinaus und befasst sich auch mit dem chemischen Fußabdruck der Produktion. Sie spiegelt das ZDHC-Rahmenwerk („Zero Discharge of Hazardous Chemicals“) wider und wird Kapital für die Einrichtung gemeinsamer Kläranlagen (CETPs) in kleineren Clustern bereitstellen.

Zusätzlich wird der Einsatz von natürlichen und biobasierten Farbstoffen gezielt gefördert. Ein Pilotprojekt in acht großen Clustern konzentriert sich derzeit darauf, Giftstoffe aus den Färbe- und Veredelungsprozessen zu eliminieren.

4) Zertifizierungen und Standards

Um kleinen und mittelgroßen Unternehmen den Zugang zu hochwertigen „grünen Märkten“ zu erleichtern, bietet die Tex-Eco-Initiative Subventionen für den Erhalt internationaler Zertifizierungen an. Dazu gehören GOTS (Global Organic Textile Standard), Oeko-Tex (Standard 100 und Made in Green) und GRS (Global Recycled Standard). Es gibt auch „India Handloom Brand“, ein inländisches Siegel, das für „Null Fehler, Null Auswirkungen“ auf die Umwelt steht.

5) Ziele in Bezug auf Klimaneutralität

Die Initiative steht im Einklang mit Indiens umfassenderen „Panchamrit“ („fünf Nektar“)-Klimazielen, die auf der Klimakonferenz COP26 im Jahr 2021 angekündigt wurden. Diese Ziele umfassen das Erreichen von Netto-Null-Emissionen bis 2070. Außerdem soll der CO2-Fußabdruck des Landes bis 2030 durch den Ausbau erneuerbarer Energien, eine geringere Kohlenstoffintensität und reduzierte Emissionen erheblich verringert werden.

Um die Energieeffizienz zu steigern, bietet die Initiative Anreize für die Umrüstung auf Färbemaschinen mit niedrigem Flottenverhältnis an. Auch die Installation von Solaranlagen fürs Dach zur Reduzierung von Scope-2-Emissionen wird gefördert.

Im Hinblick auf eine klimaneutrale Produktion ist diese zwar noch nicht für alle verpflichtend, die Tex-Eco Initiative bietet jedoch eine „grüne Bewertung“ für Fabriken an. Diese wird zunehmend zur Voraussetzung für Lieferbetriebe, die mit großen globalen Einzelhandelsunternehmen wie H&M, Inditex und Walmart zusammenarbeiten möchten.

Merkmal Neue EU/US-Anforderung (2026-2030) Tex-Eco-Ziel
Langlebigkeit Verbindliche Mindestlebenszyklen; Offenlegung der „technischen Lebensdauer“. Modernisierung von Maschinen für hochwertiges Weben und Nähen, um Langlebigkeitsstandards zu erfüllen.
Rückverfolgbarkeit Digitale Produktpässe (DPP) über QR-Codes für vollständige Lebenszyklusdaten erforderlich. Finanzierung von Blockchain- und digitaler Tracking-Infrastruktur für KMU zur Gewährleistung von Transparenz.
Chemikalien Verbot von gefährlichen Farbstoffen, bestimmten Mikroplastikarten und beschränkten Substanzen. Fokus auf „Zero Liquid Discharge“ (ZLD) und Forschung und Entwicklung für natürliche, konforme Farbstoffalternativen.
Abfall Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) und Verbot der Vernichtung unkaufierter Waren. Entwicklung inländischer Recycling-Zentren in Clustern wie Panipat und Coimbatore zur Faserrückgewinnung.

Warum ist die Tex-Eco-Initiative so bemerkenswert? Sie markiert den Moment, in dem Indien aufhört, Nachhaltigkeit als Luxus oder „nice to have“ zu betrachten. Stattdessen wird ihr Wert als „must have“ und als Notwendigkeit für den globalen Handel erkannt.

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