Der amerikanische Adidas-Herausforderer Under Armour kann erstmals seit einem Jahr wieder mehr Sportartikel in seiner Heimat verkaufen. Der US-Umsatz, der beinah drei Viertel des Gesamtgeschäfts ausmacht, legte zwischen April und Juni um zwei Prozent zu, wie der Sportartikelhersteller am Donnerstag in Baltimore mitteilte. Dadurch stiegen die Konzernerlöse stärker als erwartet um 8 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Unter dem Strich vergrößerte sich der Verlust aufgrund der Kosten für den laufenden Konzernumbau allerdings um beinah das Achtfache auf 95,5 Millionen Dollar. Da Under Armour aber dennoch etwas besser abschnitt als die meisten Analysten gedacht hatten, legte die Aktie im vorbörslichen Handel um fast 7 Prozent zu.

Das Auslandsgeschäft bei Under Armour ist noch ein zartes Pflänzchen, wodurch der Konzern viel stärker abhängig vom US-Markt ist als Nike oder Adidas. Die Flaute vieler US-Händler, die stärker gewordene Konkurrenz aber auch eine verfehlte Expansionsstrategie hatten Under Armour ins Straucheln gebracht. Firmenchef Kevin Plank hatte dann begonnen, die Produktpalette radikal auszudünnen - rund 40 Prozent der Artikel wurden aussortiert. Zudem wurden die Ausgaben etwa für Sponsorendeals zurückgefahren.

Im laufenden Jahr würden aber noch weitere Umbauarbeiten nötig über das bereits bekannte Maß hinaus, sagte Plank. Dadurch fallen weitere Kosten an, wodurch sich im Gesamtjahr im operativen Geschäft ein Verlust von 50 bis 60 Millionen Dollar ergeben wird. Bislang hatte Under Armour auf einen Gewinn von bis zu 30 Millionen Dollar im Tagesgeschäft gehofft. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie wird 2018 weiterhin bei 0,14 bis 0,19 Dollar erwartet. Der Umsatz dürfte zwischen 3 und 4 Prozent zulegen. (dpa)

 

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