Uniqlo: 'America First' könnte zu Rückzug aus den USA führen

Dass sich US-Präsident Donald Trump mit seinen Entscheidungen nicht immer beliebt macht, ist kein Geheimnis. Jetzt ist der japanische Fast Fashion-Konzern Uniqlo der Leidtragende, denn sollten die USA im Rahmen von 'America First' darauf bestehen, dass ausländische Firmen auch in den USA herstellen, wenn sie auf dem US-Markt bleiben wollen, dann könnte Uniqlo gezwungen sein, sich zurückzuziehen.

Dies gab der japanische Modekonzern am Freitag bekannt und sprach von “Konsequenzen”, sollte die heimische Produktion eine Bedingung für ein Verbleiben auf dem US-Markt sein. Uniqlos Mutterkonzern Fast Retailing sagte sogar “keine Chance” gegenüber Fragen der Medien, ob eine Produktion in den USA möglich sei.

“Wenn ich direkt aufgefordert werde, dies zu tun, werde ich mich aus den USA zurückziehen”, sagte Fast Retailing-Vorsitzender und Präsident Tadashi Yanai. Er betonte, es werde für das Unternehmen unmöglich sein, die derzeitige Qualität und Preisstruktur beizubehalten, sollte es Bekleidung in den USA produzieren müssen.

“Jeder wird denken, dass dies eine eindeutige und unmögliche Situation ist”, sagte Yanai gegenüber der Tageszeitung Asahi Shimbun. “Wenn [die Herstellung von Produkten in den USA] keine gute Entscheidung für die Verbraucher ist, dann ist es sinnlos, Geschäfte in den USA zu machen.”

Die 'America First'-Rhetorik war bereits Teil von Trumps Wahlkampagne, die kühn behauptete, die Produktion in die USA zurückbringen zu wollen, selbst wenn die Herstellung von Produkten auf heimischem Boden weder wirtschaftlich realisierbar noch von Vorteil für die Verbraucher sei. Diese könnten auch nicht mitspielen, denn der Preis entscheidet nach wie vor beim Kauf: Obwohl US-Verbraucher gerne heimische Produkte kaufen würden, würden 75 Prozent sich zunächst jedoch für das günstigste Produkt entscheiden. Dies fand eineAssociated Press-GFK-Umfrage vom letzten Jahr heraus.

Yanai gab zu, die USA als große Chance zu sehen, aber dass das US-Geschäft eine langfristige Investition sei. Idealerweise würde das Unternehmen ohne die Produktionsauflage 20 bis 30 Läden pro Jahr eröffnen, und zwar bevorzugt im Silicon Valley an der Westküste und wichtigen Städten an der Ostküste.

Foto: Uniqlo
 

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