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USA: Shutdown belastet Wirtschaftswachstum am Jahresende

Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich zum Jahresende 2025 stärker als erwartet abschwächt.

Im vierten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag laut einer ersten Erhebung in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 2,8 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal hatte das BIP noch um 4,4 Prozent zugelegt.

Die vorübergehende teilweise Schließung von Bundesbehörden (Shutdown) belastete das Wirtschaftswachstum. Es war der längste Shutdown in der Geschichte der USA. Das Wachstum sei daher um einen Prozentpunkt niedriger ausgefallen, teilte die Behörde mit. Die Ausgaben der Bundesregierung in Washington gingen im vierten Quartal um annualisiert 16,6 Prozent zurück. US-Präsident Donald Trump macht für den Wachstumsrückgang die Opposition verantwortlich. "Der 'demokratische' Shutdown habe die USA 'mindestens' zwei Prozentpunkte beim Wachstum gekostet“, schrieb Trump kurz vor der Veröffentlichung der Daten.

„Es scheint aber auch so, dass der zuletzt schwächere Arbeitsmarkt und die höheren Zölle ihre Spuren hinterlassen“, kommentiert Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Der private Konsum war weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Aber auch hier setzte eine Abschwächung des Wachstums ein.

„Zudem könnten die Spätfolgen des Treibens von Elon Musk und der Behörde Doge belastend gewirkt haben“, schreibt Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg. Der Milliardär Musk hatte versucht, Einsparungen in den Bundesbehörden umzusetzen. Chlench sieht unterdessen eine zweigeteilte Wirtschaft: „Die Investitionen in Wirtschaftsbauten, die Investitionen in Wohnbauten, die Investitionen in den Fuhrpark, in Industrieanlagen, alle sanken. Aber die IT-Investitionen legten mit einer Jahresrate von sage und schreibe 50 Prozent zu.“

Offen bleibt, wie sich die Daten auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank auswirken werden. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder starken Druck auf die Fed ausgeübt und deutliche Zinssenkungen gefordert. Die Amtszeit von Notenbankchef Jerome Powell endet im Mai. Trump hat Kevin Warsh zum Nachfolger nominiert.

„Die Fed dürfte sich durch die unerwartet schwache Wachstumszahl im vierten Quartal wohl nicht zu rascherem Handeln drängen lassen“, erwartet Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank. „Wir gehen aber weiter davon aus, dass die Fed erst gegen Mitte des Jahres die Zinsen senkt, wenn der neue Notenbank-Chef ins Amt kommt.“

In den USA werden die Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert veröffentlicht. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die US-Rate durch vier teilen. Die Ausschläge an den Finanzmärkten hielten sich nach den Daten in Grenzen.


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