Venture-Capital stuft Modeunternehmen als Technologie-Investitionen neu ein
Das erste Quartal 2026 hat einen strukturellen Wandel in der Bewertung der Modebranche durch Venture-Capital bestätigt. Investoren unterstützen zunehmend Plattformen und Infrastruktur anstelle von Marken. Die Kapitalflüsse spiegeln dies wider.
Über 620 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2026
In den ersten drei Monaten des Jahres haben modenahe Start-ups mehr als 620 Millionen US-Dollar (538 Millionen Euro) an offengelegten Finanzierungen in über 15 Runden erhalten. Die größte Runde entfiel auf die in San Francisco ansässige Direct-to-Consumer-Plattform Quince. Diese schloss im März eine Serie-E-Finanzierung über 500 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 10,1 Milliarden US-Dollar ab.
Das Unternehmen, dessen Umsatz im vergangenen Jahr eine Milliarde US-Dollar überstieg, nutzt KI-gesteuerte Lieferkettenoptimierung, um Waren zu einem Bruchteil der traditionellen Einzelhandelspreise anzubieten. Die Investor:innen bewerteten es als Technologie-Unternehmen, nicht als Modehändler.
Dieses Muster beschränkt sich nicht auf einen Einzelfall. Der US-amerikanische KI-Shopping-Assistent Phia, der von Phoebe Gates und Sophia Kianni gegründet wurde, sammelte 35 Millionen US-Dollar in einer Serie-A-Runde ein. Die Runde wurde von Notable Capital angeführt, mit Beteiligung von Khosla Ventures und Kleiner Perkins. Das Unternehmen erreichte damit eine Bewertung von 185 Millionen US-Dollar. Die Plattform meldet für Partnermarken um 13 Prozent höhere Konversionsraten und um 50 Prozent weniger Retouren.
Das in Nashville ansässige Fintech-Unternehmen Croissant sicherte sich 28 Millionen US-Dollar in einer Runde, die Eigen- und Fremdkapital umfasste. Croissant entwickelt eine Zahlungsinfrastruktur für die Secondhand-Modebranche. CEO John Howard sagte, die Plattform werde beginnen, Marken im Voraus für zukünftige Wiederverkaufs-Transaktionen zu bezahlen.
Statusphere, eine US-amerikanische Marketingplattform für Micro-Influencer:innen, schloss eine Serie-A-Runde über 18 Millionen US-Dollar ab. Statusphere arbeitet mit Marken wie Parlux, Kendo Brands und Express zusammen. Die Runde wurde von Volition Capital angeführt.
Finanzierung für nachhaltige Projekte bleibt beständig
Im Bereich der Materialinnovation sind die Runden kleiner, aber beständig. Das britische Biotechnologieunternehmen Epoch Biodesign schloss eine strategische Runde über zwölf Millionen US-Dollar ab. Zu den Investoren gehörten die kanadische Activewear-Marke Lululemon, Kompas VC und Leitmotif, eine von Volkswagen unterstützte Venture-Capital-Firma. Die Finanzierung erhöht das gesamte eingeworbene Kapital auf über 50 Millionen US-Dollar. Sie wird die Kommerzialisierung einer enzymatischen Recyclingtechnologie für recyceltes Nylon in Neuware-Qualität unterstützen.
Das in San Francisco ansässige Climate-Tech-Start-up Rubi sammelte 7,5 Millionen US-Dollar ein. Die Runde wurde gemeinsam von AP Ventures und FH One Investments geleitet, mit Beteiligung der H&M Group und Talis Capital. Sie dient der Weiterentwicklung seiner CO2-zu-Textil-Plattform.
Das in Cambridge ansässige Biotech-Unternehmen Sparxell sicherte sich fünf Millionen US-Dollar in einer Pre-Serie-A-Runde. Die Runde wurde von Swen Capital Partners angeführt und soll die Skalierung einer pflanzlichen, biologisch abbaubaren Farbtechnologie finanzieren. Das Schweizer Rückverfolgbarkeits-Unternehmen Haelixa erhielt zwei Millionen Euro in einer Pre-Serie-A-Runde, um die DNA-basierte Technologie zur Produktauthentifizierung auszubauen.
Hochrangige Investoren steigen in den Sektor ein
Was die aktuelle Situation bemerkenswert macht, ist nicht das Transaktionsvolumen. Dieses liegt seit Anfang 2024 stabil bei etwa 20 bis 28 Transaktionen pro Quartal. Die Veränderung liegt im Profil und in der Größe der Investoren. Firmen wie Andreessen Horowitz (a16z), Khosla Ventures, Kleiner Perkins, Index Ventures und Forerunner Ventures sind in den letzten 18 Monaten in die Modetechnologie eingestiegen.
Berichten zufolge bereitet BlackRock die Übernahme einer Beteiligung an der litauischen Resale-Plattform Vinted vor. Die Bewertung liegt bei etwa acht Milliarden Euro. Die Qatar Investment Authority verhandelt über eine Minderheitsbeteiligung an der italienischen Luxus-Sneaker-Marke Golden Goose. Auch Corporate-Venture-Abteilungen, insbesondere Unilever Ventures und der L'Oreal Bold Fund, schlossen im Quartal mehrere Transaktionen ab.
Laut Daten von Crunchbase liegt die jährliche Finanzierung für Start-ups an der Schnittstelle von KI und Mode seit 2022 stabil bei rund 100 Millionen US-Dollar. Der breitere Markt für KI-generierte Mode wurde 2024 auf 2,14 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut dem Forschungsunternehmen Meticulous Research wird er bis 2035 voraussichtlich 75,9 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Start-up-Beratung Waveup fand heraus, dass Unternehmen, die KI im operativen Geschäft einsetzen, etwa dreimal mehr Kapital erhalten als traditionelle Mode-Start-ups.
Für Führungskräfte der Branche ist die Schlussfolgerung klar. Venture-Capital-Firmen bewerten Modeunternehmen zunehmend nach den gleichen Kriterien wie Softwareplattformen. Sie prüfen Engagement-Metriken, Wirtschaftlichkeit pro Einheit und Workflow-Integration anstelle von Markenwert und Großhandelsmargen. Dies führt zu einer Neubewertung dessen, was die Branche als wertvoll erachtet. Die Unternehmen, die 2026 Kapital anziehen, sind diejenigen, die die beständigen Ineffizienzen der Modebranche in quantifizierbare Probleme umwandeln. Diese Ineffizienzen reichen von Überproduktion bis hin zu undurchsichtigen Lieferketten. Die Lösungen dafür sind messbar und technologiegetrieben.
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