Verdi: Amazon-Mitarbeiter in Leipzig legen Arbeit nieder

Mit Beginn der Frühschicht am Dienstag haben Mitarbeiter von Amazon in Leipzig nach Angaben von Verdi für zwei Tage die Arbeit niedergelegt. "Die Beschäftigten legen seit Beginn der Corona-Pandemie Höchstleistungen an den Tag, oft ohne hinreichenden Schutz", sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider laut einer Mitteilung. Diese zusätzliche Belastung zahle sich für sie nicht im Geldbeutel aus. Die Zulage von zwei Euro pro Stunde, die ihnen im März gewährt wurde, sei Ende Mai wieder abgeschafft worden. "Da machen wir nicht mit", sagte Schneider. Er gehe davon aus, dass sich gut 400 und damit etwa jeder zweite Beschäftigte an dem Ausstand beteiligen und es zu Verzögerungen bei der Auslieferung kommen werde.

Die Arbeitsniederlegung soll bis zur Nachtschicht am Mittwoch dauern. Mit dem Streik am Prime Day, an dem der Online-Händler mit Sonderangeboten lockt, wollten die Beschäftigten deutlich machen, dass es sie nicht zum Schnäppchenpreis gebe, hieß es.

Laut Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago sind wegen der Corona-Pandemie keine größeren Aktionen geplant. Es werde nur kleinere Versammlungen geben. Außerdem werde bundesweit auch an weiteren Amazon-Standorten die Arbeit niedergelegt. Unter anderem streiken Amazon-Mitarbeiter auch in Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), Koblenz und Rheinberg (Kreis Wesel).

Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Ausstand keine Auswirkungen haben werde. "Die Pakete kommen pünktlich zu den Kunden", hieß es. Der große Teil der Mitarbeiter arbeite wie an jedem anderen Tag. Amazon biete exzellente Löhne, Zusatzleistungen und Karrierechancen in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung. (dpa)

Foto: ANGELA WEISS / AFP

 

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