Vibram: So will der Sohlenhersteller den Modemarkt erobern

Vibram ist Weltmarktführer für High-Performance Schuhsohlen und hat den Designmarkt für sich entdeckt. Derzeit kooperiert das Unternehmen aus dem italienischen Albizzate mit dem österreichischen Modedesigner Arthur Arbesser.

Ist Ihnen schon mal das gelbe Achteck auf Ihrer Schuhsohle aufgefallen? Wahrscheinlich nur wenigen. Wenn überhaupt, dann am ehesten auf Sport- und Outdoorschuhen. Im Outdoormarkt ist Vibram bei Schuhen so ein Schwergewicht wie Gore bei den wasserdichten Jacken. Seit 80 Jahren steht das gelbe Achteck weltweit für Qualität, Performance, Sicherheit und Innovation in der Schuhindustrie. Mit internationalem Hauptsitz in Italien, produziert Vibram mehr als 40 Millionen Sohlen jährlich, legt mehr als eine Million Testkilometer zurück, ist in 120 Ländern vertreten und besitzt Produktions- sowie Forschungsstandorte in den USA, China, Japan, Brasilien und Italien. Jetzt will Vibram auch im Modemarkt bekannter werden und investiert in Customizing-Projekte, Brand Stores und innovative Design-Kooperationen.

Arthur Arbesser: Innovation an den Füßen

Arbesser ist ehemaliger Armani Schüler und mit seiner eigenen Kollektion sowie für seine Arbeit als Kreativchef beim Luxuslabel Fay bekannt für seine experimentellen Design-Ansätze. Schon zuvor hat der Wiener mit Vibram zusammengearbeitet, in ihrem jüngsten Projekt wurde der Schuh aus einem allumfassenden 3D Knit gestrickt. Inspiriert durch die Modelle der Vibram FiveFingers (ein sockenartiger Schuh mit einzeln herausgearbeiteten Zehen), entwickelte Arbesser einen Schuh, der Socke und Sohle in einem ist. Auch überhohe Plateau-Schuhe in knalligen Farben haben Artbesser und Vibram entwickelt. Weitere Kooperationspartner waren z.B. die japanische Brand Visvim, die vor allem im Bereich Streetwear zu Hause ist.

Fokus auf den Modemarkt

Für Davide Canciani, Global Marketing Director Vibram, ist der Schritt in die Mode nicht ungewöhnlich: „Einige Leute betrachten Vibram nur als eine Sportmarke, die Sohlen für Bergsport-, Outdoor- und Sportmarken herstellt. Aber die Wahrheit ist, dass Vibram auch seit vielen Jahren ein wichtiges Marktsegment in der Lifestyle-Welt hat und heute einige der wichtigsten Modemarken auf der ganzen Welt bedient.“ Tatsächlich arbeitet die Marke seit ihrer Gründung bereits mit zahlreichen Modeunternehmen zusammen, wie Paul Green, Woolrich, Clarks, Brunello Cucinelli, Moncler etc. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Nur die Bekanntheit von Vibram stammt aus dem Sport. Derzeit beliefert Vibram weltweit mehr als 1.000 Partner. Das Mode- und Lifestyle-Geschäft deckt etwa 10 Prozent des gesamten Jahresumsatzes ab.

Vibram: So will der Sohlenhersteller den Modemarkt erobern

Vibram: Flagshipstores für Schuhsohlen

Um in der Mode bekannter zu werden, investiert Vibram in eigene Stores. So präsentierte sich Vibram 2018 mit einem Pop-up Store zur Milan Fashion Week und eröffnete Flagshipstores weltweit, wie in Mailand und Boston. In den letzten zwei Jahren wurde zudem das Projekt Vibram Sole Factor gestartet, das dem Endkonsumenten zeigen sollte, dass die Sohle den Charakter und das Einsatzgebiet des Schuhes maßgeblich prägt. Daraus entstanden die Idee der Vibram Academy und die Eröffnung weiterer Stores, in denen Kunden Schuhe mit ganz unterschiedlichen Vibram Sohlen customizen können. Der erste Academy Store eröffnete 2016 in London. Es folgten Paris und Ende 2017 Wien. Die weiteren Pläne, laut Canciani: „Vibram möchte ein Standard für hochwertige Schuhe werden, auch im Mode- und Lifestyle-Markt. So wie wir es für Outdoor und Sport bereits sind.“

Fotos: Vibram

 

Themenverwandte Nachrichten

WEITERE NACHRICHTEN

 

AKTUELLSTE STELLENANGEBOTE

 

MEISTGELESEN