Das vietnamesische Ministerium für Arbeit, Kriegsinvaliden und Soziales hat in der vergangenen Woche in Ho Chi Minh Stadt eine Kampagne gestartet, um wichtige Inspektionen von Bekleidungsfabriken durchzuführen, die im Oktober abgeschlossen sein soll. Die landesweiten Inspektionen werden 150 Bekleidungsfabriken in 12 Städten und Provinzen betreffen und sich auf Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit konzentrieren, speziell die Handhabung von Überstunden, Gehältern und Zulagen und den Zustand von Sicherheitsausrüstung, Notausgängen, elektrischer Problembereiche, das Arbeitsumfeld sowie geplante Schulungen zur Arbeitssicherheit, so Thanhnien News.

"Bei früheren Kontrollen wurde festgestellt, dass auch wenn die meisten Unternehmen, die ausländische Direktinvestitionen beziehen, die entsprechenden Vorschriften befolgen, viele andere kein sicheres Arbeitsumfeld bieten. Zu den häufigen Verstößen gehören fehlende regelmäßige ärztliche Untersuchungen für die Arbeiter sowie ein Mangel an Notausgängen," sagte Tran Ngoc Son, stellvertretender Direktor des Amts für Arbeit, Kriegsinvaliden und Soziales von Ho-Chi-Minh-Stadt.

"Es gibt Fabriken, die mehr als 5.000 Beschäftigte haben, aber nur fünf Toiletten", fügte Phan Dang Tho hinzu, stellvertretender Chefinspektor des Ministeriums. Er betonte, dass die Unternehmen des Bekleidungssektors ihre Arbeitsbedingungen verbessern müssten. Zu den häufig vorkommenden Einsparungen gehörten dringend notwendige Vorsorgeuntersuchungen, da sich die Gesundheit vieler Arbeiter im Laufe der Jahre verschlechtert. Das Ministerium strebt auch eine stärkere Beteiligung sowohl der Gewerkschaften als auch der Arbeitgeber an den Inspektionsprozessen an.

Nguyen Phi Ho von der Gewerkschaft HCMC bestätigte, dass Kinderarbeit ein Thema sei, mit dem sich beschäftigt werden müsse. Laut einem im Juni veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation arbeiten 1,75 Millionen vietnamesischer Kinder, was fast 10 Prozent aller Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren entspricht. Drei von fünf dieser Kinder sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, und fast 85 Prozent von ihnen leben in ländlichen Gebieten.

Der Bekleidungssektor Vietnams besteht aus rund 6.000 Bekleidungsfabriken, die 2,5 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigen. Dies entspricht einem Anteil von 25 Prozent aller Fabrikarbeiter. Insgesamt trägt die Branche rund 13 Prozent zu den Exporteinnahmen des Landes bei und mehr als 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt.

 

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