Vietnam: Streik beeinträchtigt Produktion nich
Der Streik Tausender Arbeiter der Pou Chen Group, dem größten Schuhhersteller der Welt mit Sitz in Taiwan, wird die Produktion nicht beeinflussen, so das Unternehmen am Samstag.

Der Streik brach am Donnerstagnachmittag in einer Schuhfabrik in der Provinz Dong Nai im Süden Vietnams aus. Rund 17.000 der insgesamt 21.600 Beschäftigten entschieden sich, gegen Pou Chens Bonussystem und neue Strafen bei unerlaubtem Fehlen am Arbeitsplatz zu wehren.

Als Antwort auf den Streik unterließ Pou Chen die Durchsetzung der neuen Richtlinien; die Streikmaßnahmen gingen jedoch weiter, so die vietnamesische Tageszeitung La Dong. Das Unternehmen versucht, die Kommunikation mit den streikenden Arbeitern zu verstärken und hofft, den Vorfall so bald wie möglich zu beenden. Es betonte auch, dass durch den Massenstreik keine negativen "materiellen Auswirkungen" auf die Produktion zu befürchten seien.

Vietnam ist nur einer von Pou Chens vielen Produktionsstandorten weltweit. Das Unternehmen produziert seit 1994 in Dong Nai und hat seitdem auch Fabriken in Ho Chi Minh City, Tay Ninh und Tien Giang aufgebaut. Taiwan, China, Indonesien, die USA, Mexiko und andere asiatische Länder sind weitere wichtige Produktionsstandorte.

Laut Eigenangaben stellt Pou Chen pro Jahr weltweit rund 300 Millionen Paar Schuhe her, was 20 Prozent des gesamten Großhandelsvolumens an Marken-Sport- und Freizeitschuhen weltweit ausmacht. Pou Chen produziert für viele internationale Marken, darunter Nike, Adidas, Reebok, Asics, Under Armour, New Balance, Puma, Converse und Timberland.

Erst Ende November 2015 hatte das Bündnis für nachhaltige Textilien bekannt gegeben, seine Tätigkeiten auch auf Vietnam ausdehen und auch dort soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textil- und Bekleidungslieferkette erreichen zu wollen.

Streiks sind in Vietnam keine Seltenheit: Bereits im vergangenen Frühjahr streikten über 90.000 Arbeiter, ebenfalls in in Pou Chen-Fabriken. Damals ging es um verbesserte Pensionsregelungen, da die Rentenfonds des Landes schon in wenigen Jahren große Defizite aufweisen könnten.

Der Bekleidungssektor Vietnams besteht aus rund 6.000 Bekleidungsfabriken, die 2,5 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigen. Dies entspricht einem Anteil von 25 Prozent aller Fabrikarbeiter. Insgesamt trägt die Branche rund 13 Prozent zu den Exporteinnahmen des Landes bei und mehr als 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt.

Foto: Arbeiterinnen in einer Schuhfabrik in China
 

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