Was ist los bei Quiksilver und Billabong?

Quiksilver USA meldet Insolvenz an und zeigt dabei in eine gefährliche Nähe zum Erzrivalen Billabong.

Die Meldungen zu den großen internationalen Surf-und Snowboardbrands Quiksilver und Billabong waren in den letzten Jahren alles andere als erfreulich. Vor allem die vergebliche Suche nach einem Käufer der beiden Marken beherrschte die Schlagzeilen – vorbei scheinen die Zeiten, als die toughen Action Sports Marken von ihrer Coolness lebten.

Gestern meldete die US-Sparte von Quiksilver Insolvenz an und beantragte Gläubigerschutz um das angeschlagene Unternehmen zu sanieren. Seit Jahren schrieb das US-Geschäft schlechte Zahlen. Allein in diesem Jahr ist der Wert des börsennotierten Unternehmens um ein Drittel gesunken. 900 Millionen US-Dollar Schulden sollen sich angehäuft haben, die nun dank einer ersten Finanzspritze von 175 Millionen US-Dollar durch den neuen Investor Oaktree Capital Management abgebaut werden sollen. Oaktree Capital Management? War das nicht auch der Investor bei Billabong? Ganz genau. In dieser Verknüpfung liegt die eigentliche Brisanz des ganzen Deals. Denn mit den neuen Besitzverhältnissen wächst der Verdacht, dass beide Marken bald als eine agieren könnten – auch wenn die wirtschaftliche Lage von Quiksilver in den Regionen Europa und Asia-Pacific noch ganz gut dasteht. Analysten behaupten, ein Zusammenschluss der beiden Erzrivalen des Action Sports stehe nicht außer Frage. Quiksilver Präsident Greg Healy, seit März 2015 in dieser Position, dementiert jedoch derartige Gerüchte.

Matthew Wilson dankt ab

Die Verbindungen zwischen Oaktree, Quiksilver und Billabong haben in dieser Woche zu einer weiteren Überraschung geführt. Oaktree Director Matthew Wilson war seit 2013 ein Non-Executive Director von Billabong. Er nahm am Dienstag abrupt seinen Hut unter Berufung auf einen „Interessenkonflikt“ in Bezug auf das Anlageportfolio von Oaktree. Um welchen Konflikt es sich genau handele, darüber gab es keine Auskunft. Mit 18,7 Prozent ist Oaktree seit 2013 Anteilseigner von Billabong, das in diesem Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder Gewinne vermelden konnte.

Mit dem frischen Geld von Oaktree und der Insolvenz will sich Quiksilver in den kommenden Monaten neu aufstellen. Unrentable Geschäfte sollen geschlossen, viele Unternehmensbereiche überarbeitet werden.

Nicht betroffen von der Insolvenz sind die Regionen Europa und Asia-Pacific, zu der auch Australien gehört.

Photo: quiksilver.com

 

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