Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben erleichtert über Ausnahmeregelungen für die EU bei den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium reagiert, sehen aber noch viele offene Fragen. «Das ist eine gute Nachricht für den transatlantischen Handel: Sowohl für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch für die USA», sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer am Donnerstag in Berlin. Strafzölle hätten der deutschen Wirtschaft erhebliche Absatzeinbußen beschert und keinem einzigen Unternehmen geholfen, weder diesseits noch jenseits des Atlantiks.

«Uns fällt ein großer Stein vom Herzen», sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann. Das Ausnehmen der EU von den «unsinnigen» US-Strafzöllen sei ein Sieg der Vernunft, zumindest vorläufig. «Unsere Aufforderung, den Konflikt über den verstärkten Dialog auf allen Ebenen zu lösen statt über Muskelspiele, war der richtige Weg, auch wenn mit der jetzigen US-Entscheidung das Thema sicher noch nicht vom Tisch ist.» Es gelte weiterhin Überzeugungsarbeit in Richtung US-Regierung zu betreiben, dass Protektion in die Sackgasse führe. «Fairen Handel erreichen wir nur, wenn wir die Zölle auf beiden Seiten des Atlantiks beseitigen.»

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag): «Es hat sich gelohnt, dass Bundesregierung und EU-Kommission in Washington geschlossen vorstellig geworden sind.» Das vorläufige Ausnehmen der EU von den Strafzöllen sei aber allenfalls ein kleiner Etappensieg. «Noch ist die Gefahr eines Handelskrieges nicht gebannt.»

Die Europäische Union soll neben anderen Ländern Ausnahmeregelungen bei den von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium erhalten. Das sagte Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer vor einem Ausschuss des US-Senats. (dpa)

 

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