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Wohin entwickelt sich die Gucci-Mutter Kering?

Von Don-Alvin Adegeest

24. Feb. 2022

Business

Bild: Gucci via Kering
Die hervorragenden Ergebnisse von Kering, die vergangene Woche veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Stärke von Gucci nicht nachgelassen hat, auch wenn die Begehrlichkeit in einigen Zielgruppen nachlässt. Mit einem Umsatzplus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist Gucci immer noch das stärkste Pferd im Kering-Stall und macht 60 Prozent des Umsatzes und rund 70 Prozent des Gewinns aus. In seiner Bilanz erklärte Kering, dass es ein wichtiger Akteur in einem schnell wachsenden Markt sei, der sich solider Fundamentaldaten und eines ausgewogenen Portfolios von sich ergänzenden Marken mit großem Potenzial erfreue. Das ist sicherlich richtig. Obwohl Kering hinter LVMH zurückbleibt, ist das Unternehmen stärker und bekannter aus der Pandemie hervorgegangen als Anfang 2020.

Die Häuser Bottega Veneta, Balenciaga und Saint Laurent verzeichneten ebenfalls ein zweistelliges Wachstum, wobei ersteres trotz des unerwarteten Ausstiegs seines Kreativdirektors Daniel Lee im vergangenen November keine Anzeichen für eine Verlangsamung zeigte.

Weniger Abhängigkeit vom Großhandel

Kering bekräftigte erneut, dass es ein Wachstum der Umsätze auf gleicher Fläche anstrebt und sich dabei weniger auf Großhandelskanäle verlässt. Indem es sich auf sein eigenes Einzelhandelsnetz und strategische Partnerschaften konzentriert, wo es keine Läden hat, kann es den Vertrieb und die Exklusivität steuern, hat die volle Kontrolle über die Preisgestaltung und kann größere Gewinnmargen erzielen.

Seit 2017 hat Gucci seine Großhandelsgeschäfte drastisch reduziert, in seinem Heimatmarkt Italien hat es 2020 seinen Multibrand-Vertrieb von 110 auf 38 Läden verringert. Kering orientiert sich an Gucci und verfolgt eine ähnliche Strategie für seine anderen Modehäuser.

„Wir stoppen den Online-Großhandel für unsere Marken“, sagte François-Henri Pinault, Chairman und Chief Executive Officer von Kering, in einer Telefonkonferenz. Die strategischen Prioritäten der Gruppe sind klar. Das nachhaltige Wachstum der Häuser und das Ende des Online-Großhandels. Stattdessen wird sie sich auf geschäftsübergreifende Wachstumsplattformen in den Bereichen Onlinehandel, insbesondere E-Concessions, konzentrieren.

E-Concessions sind ein relativ neues Online-Verkaufsmodell und werden laut Glossy so definiert, dass Marken ihre Kollektionen über eine Einzelhandelsplattform verkaufen und dabei mehr Kontrolle über Preisgestaltung, Marketing und Produktkatalog behalten, als sie es bei einem traditionellen Großhandelsmodell haben.

Der Gesamtumsatz von Kering stieg um 35 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Damit liegt Kering weit vor dem allgemeinen Luxusgütersektor, der 2019 um vier Prozent wuchs.

Auch die Börse reagierte positiv: Die Nachricht von den Ergebnissen von Kering ließ den Aktienkurs am vergangenen Donnerstag um bis zu 7,9 Prozent steigen.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ.

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