Zalando: Übername von Tradebyte stärkt Neuorientierung

Der Online-Modehändler Zalando ist mit der 100prozentigen Übernahme des IT-Spezialisten Tradebyte seinem Ziel , ein in sich geschlossener Marktplatz zu werden, einen Schritt näher gekommen. Das Berliner Unternehmen gab die Neuigkeit zusammen mit der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen bekannt, nannte jedoch keine Kaufsumme.

Zalando und Tradebyte arbeiten bereits seit 2012 zusammen, wobei das 2009 gegründete und auf E-Commerce-Integrationsplattformen spezialisierte Ansbacher Unternehmen dem Berliner Onlinehändler dabei half, seine Plattformstrategie umzusetzen. Tradebyte setzt auf zwei Aufgabenbereiche: der technischen Unterstützung seiner Kunden beim Aufbau eines Marktplatzes und die Anbindung von Marken und Händlern an diese Marktplätze.

„Mit dieser Partnerschaft gewinnen wir die führende Online-Modeplattform Europas als starken Begleiter auf unserem weiteren Wachstumsweg. Wir profitieren dabei vor allem von Zalandos technologischer Infrastruktur und tiefgreifendem Branchenwissen. Das Investment ermöglicht uns weitere wichtige Schritte, um unsere Positionierung im weltweiten digitalen Handel voranzutreiben“, kommentierte Matthias Schulte, Managing Director von Tradebyte, die Übernahme.

Zalando: Übername von Tradebyte stärkt Neuorientierung

Partnerschaft soll Plattform stärken

Tradebyte fing mit einer Anbindung an Neckermann.de an, gefolgt von Quelle.de, Otto.de und Plus-Online.de und im Jahr 2010 schließlich an Amazon.de. Zu den Kunden des Unternehmens gehören bekannte Modemarken wie Falke, Gerry Weber, Guess, Hallhuber, O'Neill, Trigema, Street One und Tom Tailor sowie Zalando-Konkurrenten wie die Otto Group-Tochter AboutYou und der Klingel-Versand. Laut Aussage von Zalando soll Tradebyte weiterhin „komplett unabhängig“ agieren und als etablierte Marke bestehenbleiben, komplett mit allen Partner- und Kundenbeziehungen und seinem Management-Team. Zudem soll das Unternehmen auch weiterhin Absatzkanäle für Hersteller und Marken bedienen, die nichts mit Zalando zu tun haben.

Für Zalando bedeutet die Integration von Tradebyte, dass das Unternehmen jetzt intern seine Neuorietierung als Marktplatz ausbauen kann. „Wir haben bereits mit Tradebyte in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Doch wir erachten das Thema Vernetzung als so wichtig, dass wir es lieber im Haus haben möchten“, bestätigte Malte Dous, Leiter des Zalando-Partnerprogramms.

Dieses bietet das Unternehmen in Deutschland schon länger an und hat inzwischen 50 Partner, sowie unter den „Zalando Brand Solutions“ derzeit sogenannte „Brand Shops“ mit rund 100 Partnern in 15 Ländern, die über Zalandos Kanäle ihre Produkte verkauft. Damit hat Zalando das einfache Onlinehändler-Stadium hinter sich gelassen und ist bereits durch das Angebot anderer Marken-Sortimente durch unabhängige Händler zum Marktplatz geworden.

„Die enge Zusammenarbeit stärkt dabei die Kompetenz beider Unternehmen, Angebotsdaten von Herstellern und Marken zu digitalisieren und an verschiedene Absatzkanäle, auch über die Möglichkeiten innerhalb von Zalando hinaus, auszuspielen“, heißt es in einer Bekanntmachung auf Tradebytes Website, während Zalandos Pressemitteilung vom 12. Mai zum Quartalsbericht den folgenden Übernahmegrund nennt: „Um die Warenbestände der Partner noch besser digitalisieren und erfolgreich an verschiedene Handelskanäle anschließen zu können.“

Zukünftig könnte Zalando an der Vernetzung von stationärem Handel und Onlinehandel arbeiten (und Bestellungen etwa aus Beständen im stationären Handel erfüllen) beziehungsweise ihre Parner unabhängiger zu machen, was die Abwicklung von Bestellungen und Lieferungen angeht. Und die Investion lohnt sich, denn wie eine jüngst von der Ecommerce Foundation veröffentlichte Studie zeigt, wird E-Commerce weiter wachsen und gerade in Deutschland bleibt Kleidung vorerst die beliebteste Produktkategorie des Onlinehandels.

Fotos: Zalando / Tradebyte
 

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