Zannier soll Esprit Kids retten
Das Ratinger Modeunternehmen Esprit will künftig mit der französischen Kindermodegruppe Zannier zusammenarbeiten. Ein entsprechender Vertrag sei bereits für fünf Jahre unterzeichnet worden, heißt es. Die Partnerschaft soll die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb der Sparte Esprit Kids als Lizenzprodukt für Europa und den Nahen Osten umfassen. „Esprit Kids wird weiterhin im e-shop und den eigenen Esprit- Geschäften erhältlich sein, zudem bei vielen Handelspartnern der Gruppe“, so das Unternehmen.

Die vollständige Umsetzung von Esprit Kids durch Groupe Zannier soll zwar erst zum 1. Januar 2016 beginnen, man wolle aber schon ab sofort eng miteinander arbeiten, um einen – auch für die Mitarbeiter – nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Im weiteren Verlauf soll es eine erste, völlig von Group Zannier entwickelte Esprit Kids Kollektion im Herbst/Winter 2016 geben. Zur Umsetzung der Partnerschaft befinde sich ein deutsches Zannier-Unternehmen in Gründung, dessen Sitz voraussichtlich ebenfalls Ratingen sein soll.

Investitionen und Umstrukturierungen geplant

Die Lizenzvereinbarung sei das Ergebnis sorgfältiger, jahrelanger Abwägungen, um für die schwache Umsatzentwicklung von Esprit Kids während der vergangenen Geschäftsjahre die beste Businesslösung zu finden, so Esprit-Chef Jose Manuel Martínez. Der bestehende Druck auf die operativen Margen mache es für jede Marke erforderlich, eine relevante Marktgröße beizubehalten. „Die Zusammenarbeit von zwei globalen Playern ermöglicht es, das Vertriebsnetzwerk qualitativ und quantitativ auszubauen, das Umsatzwachstum anzukurbeln und notwendige Kosteneffizienz zu schaffen“, hofft Martínez. Diese positiven Synergien hätten sich bereits früh abgezeichnet.

„Diese Lizenzvereinbarung trägt der Tatsache Rechnung, dass unser Kids-Geschäft von den starken Ressourcen eines auf Kinderbekleidung spezialisierten Partners stark profitieren wird“, so Ute Wethmar, Global Business Manager Esprit Kids. Dies gelte sowohl für den Bereich Produkt, die Beschaffung als auch den Vertrieb. „Mit der Kraft von Groupe Zannier im Beschaffungsbereich mit jährlich 37 Millionen produzierten Teilen und dem Wirkungsgrad eines 500-köpfigen Einkaufsteams werden beispielsweise erhöhte Investitionen möglich sein, welche direkt in die Produktqualität fließen“, gibt sich Wethmar überzeugt.

Die Partnerschaft dient also letztendlich dazu, die marke Esprit Kids vor dem Aus zu bewahren. Die bereits gepriesenen Synergieeffekte, die sich aus der Kooperation mit Zannier ergeben, haben jedoch meistens auch tiefgreifende Auswirkungen auf bestehende Unternehmens- und Mitarbeiterstrukturen. Ob es im Zuge dessen zu Entlassungen am Esprit-Standort Ratingen geben wird, ist nicht bekannt.

Foto: Esprit

 

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