Coronavirus: Fünf Gegenmaßnahmen für Einzelhändler

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Modebranche weltweit sind bereits jetzt unbestreitbar: Modenschauen und Messen wurden abgesagt, Geschäfte und Büros geschlossen und der Reiseverkehr ist unterbrochen.

Das Covid-19-Virus, das Anfang der Woche von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Pandemie erklärt wurde, betrifft auch große und kleine Einzelhändler, die die Auswirkungen des Rückgangs der Kundenfrequenz spüren und Verzögerungen bei der Lieferung neuer Ware und Probleme in der Lieferkette angekündigt haben.

Jetzt, da das Virus sich weiter ausbreitet, ist jedoch die Zeit für Unternehmen, Maßnahmen zu ergreifen und sich auf seine Auswirkungen vorzubereiten, so das Londoner Retail Technology Unternehmen Edited. Es hat fünf Strategien zusammengestellt, die unten aufgeführt sind, und die Einzelhändler umsetzen können, um die Auswirkungen des Virus auf ihre Geschäfte zu minimieren.

1. Erhalten Sie eine Aura des Neuen

Die Beschaffung von Lagerbeständen und die Generierung von Neuheiten ist unbestreitbar schwierig, da Fabriken weiterhin unter Quarantäne gestellt sind, aber das wird die Verbrauchernachfrage nicht aufhalten, so dass Einzelhändler sich kreative Lösungen einfallen lassen müssen.

Einzelhändler können immer noch eine Aura von Neuheit und Begeisterung erzeugen, indem sie Werbung für Produkte machen, die sie bereits haben, bei Kunden, die sie vielleicht noch nicht gesehen haben. Um dies zu erreichen, sollten Einzelhändler besonders kreativ sein und sich auf Farbgeschichten und stilübergreifende Themen wie die ‘70er und ‘90er Jahre und Basics konzentrieren, die aus ihrem aktuellen Sortiment genommen werden können. Einzelhändler können sich auch auf eine Kleiderauswahl für die Arbeit von zu Hause und für Lounge-Kleidung konzentrieren, sollte die Selbstisolation weiter anhalten.

2. Das zukünftige Angebot richtig auswählen

Während die richtige Sortimentsgestaltung der Schlüssel zur Strategie jedes Einzelhändlers ist, ist sie bei einer branchenweiten Störung wie Covid-19 wichtiger als je zuvor, ebenso die Vermeidung falscher Investitionen und unverkäuflicher Ware, deren Folgen in einem solchen Szenario besonders schwerwiegend sein könnten.

Händler sollten ihr operatives Geschäft straffen und ihr Sortiment auf ein Minimum reduzieren, während sich der Markt in Bewegung befindet, indem sie unnötige Aufträge stornieren. Einzelhändler, die ihre Bestellungen schnell reduzieren und wieder steigern können, sobald sich der Markt erholt hat, werden erfolgreich sein. Wenn möglich sollten Einzelhändler auch inländische oder lokale Zulieferer in Betracht ziehen.

3. Überdenken Sie Ihre Rabattstrategie

Der März ist traditionell eine Zeit starker Rabatte, da es der Beginn der Zwischensaison ist. Da es jedoch so schwierig ist, ein Enddatum für die aktuelle Pandemie vorherzusagen, und da Unsicherheiten und Lieferverzögerungen anhalten, sind Einzelhändler weniger geneigt, die Lagerbestände wie üblich abzubauen.

Aber dies kann eine Chance für Einzelhändler sein. Der Ausverkauf in der Zwischensaison kann für einige Käufer, die nur das Ende der Wintersaison erleben, verwirrend sein. Zusammen mit dem wachsenden Trend der sofortigen Erfüllung von Kaufwünschen - oder dem Wunsch der Kunden, das zu kaufen, was sie jetzt tragen wollen - bietet sich dem Einzelhandel die Möglichkeit, sich enger an Kundenbedürfnissen zu orientieren. Denken Sie auch an die vergangenen Black Friday-Rabatte, die zeigten, dass Waren mit Nachlässen von 20-30 Prozent schneller ausverkauft waren als die mit größeren Rabatten. Dies beweist, dass letztere nicht immer besser sind. Für Artikel, die zu saisonspezifisch sind, um an ihnen festzuhalten - schwere Regenjacken etwa oder dicke Schals - sollten Einzelhändler kleinere Rabatte oder kategoriespezifische Werbeaktionen erwägen.

4. Bleiben Sie weiter mit Ihren Kunden in Kontakt

In Zeiten von Störungen wie diesen kann der Kontakt zu Kunden leicht unterbrochen werden, sei es aufgrund eines gestrafften Geldbeutels, sinkendem Kundenverkehrs oder niedrigerer Bestände durch eine Unterbrechung der Lieferkette. In diesen Zeiten ist es jedoch unerlässlich, die Kunden weiter einzubinden.

Wenn Menschen sich selbst isolieren müssen, können verstärkte Online-Aktivität von Einzelhändlern sie beschäftigen. Dies könnte eine gute Gelegenheit für den stationären Handel sein, seine Online-Bemühungen zu intensivieren. Der soziale Video-Netzwerkdienst Tik-Tok zum Beispiel könnte ein Weg sein, der Einzelhändlern die Möglichkeit bietet, Wettbewerbe zu schaffen oder sich an ihnen zu beteiligen, um Kunden zu gewinnen. In Vorbereitung auf einen erwarteten Anstieg von Lieferungen nach Hause sollten Einzelhändler auch Lieferangebote fördern, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

5. Seien Sie ehrlich in Ihrer Marketingstrategie

Es ist unrealistisch anzunehmen, dass der Kundenservice nicht von der Pandemie betroffen sein wird, und Einzelhändler sollten transparent sein, wenn es darum geht, welche Herausforderungen sie zu bewältigen haben und welche Auswirkungen dies auf die Kunden haben könnte. Einzelhändler sollten deshalb vor dem Kauf auf mögliche Lieferverzögerungen hinweisen und bei Bedarf zusätzliche Kundendienst-Mitarbeiter zur Verfügung stellen.

Einige Unternehmen, die das Problem effektiv angehen, sind Nordstrom und Target, die E-Mail-Abonnenten Mitteilungen über die Hygienemaßnahmen schickten, die sie unternehmen um sicherzustellen, dass ihre Geschäfte immer noch sauber und sicher sind. Ebenso Uniqlo: Das Unternehmen gab auf seiner Hongkonger E-Commerce-Homepage Verzögerungen bei der Produktion und Lieferung zu und entschuldigte sich dafür. David's Bridal beruhigte seine Kunden mit dieser Botschaft: 'Besorgt über Verzögerungen wegen des Coronavirus? Wir haben es im Griff'.

Foto: Rawpixel.com , Pexels

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf FashionUnited UK veröffentlicht. Übersetzt und bearbeitet von Simone Preuss.

 

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