Erfolgsstory: Wie The Bradery Überbestände attraktiv macht

Im September 2019 organisieren Thimothée Linyer und Edouard Caraco ihren ersten komplett virtuellen Onlinesale, mit nur dem sozialen Netzwerk Instagram als Kommunikationskanal. Ein Jahr später erhielten die beiden Unternehmer einen eindrucksvollen Beweis für den Erfolg ihres einzigartigen Verkaufsmodells: Sie überschritten einen Umsatz von 100.000 Euro. Das war Ansporn genug, um sie zum Durchhalten zu bewegen. Im November 2020 ist der Erfolg exponentiell weiter gewachsen — sie erwirtschaften zwei Millionen Euro in einer einzigen Verkaufsaktion. Zeitgleich hatte der Instagram-Account von The Bradery um die 200.000 Follower.

Der Schlüssel zu diesem Erfolg? Eine Kombination aus mehreren Faktoren, die mit dem Zeitgeist in Einklang stehen. The Bradery surft nicht einfach auf der Vintage-Welle, sondern vereint die Notwendigkeit für Marken, ihre überschüssigen Bestände zu verkaufen mit dem Wunsch der Verbraucher, einen Blick auf diese Bestände zu werfen und sie zu kaufen. Die beiden Kindheitsfreunde, die an der gleichen Schule studiert haben, bevor sie gemeinsam ein The Bradery gründeten, haben dies genauestens analysiert. „Wir wollten von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf die Qualität der angebotenen Marken legen. Alles, was auf The Bradery online gestellt wird, ist sorgfältig ausgewählt, von jungen Designern bis hin zu etablierten Marken.“

Erfolgsstory: Wie The Bradery Überbestände attraktiv macht

„Wir machen nur fünf wirklich heiße Angebote pro Woche“

Eine weitere Besonderheit des Start-ups: der Begriff der Quantität. Die Unternehmer haben sich auf das Wagnis eingelassen, keine kontinuierlichen Verkäufe anzubieten, sondern stattdessen wöchentlich ablaufende Aktionen, schön präsentiert. „Wir bieten nur fünf wirklich heiße Angebote pro Woche“, so The Bradery. Neue Aktionen finden sonntags um 10 Uhr und jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag um 9 Uhr statt. „Sobald uns eine Marke ihren Bestand anvertraut hat, beginnen wir mit einer Feinanalyse der Qualität der uns anvertrauten Produkte, was zu einer engagierten Content-Produktion führt.“

Die beiden Jungunternehmer weisen darauf hin, dass diese Aufwertung des Überbestandes Teil eines nachhaltigen Ansatzes ist. Ihre Analyse sieht folgendermaßen aus: Für jede Marke werden fünfzig Prozent des Lagerbestands zum Schwarzpreis verkauft, noch während der Saison werden weitere 30 Prozent zu einem reduzierten Preis im Sale verkauft. Die restlichen zwanzig Prozent sind der Überbestand, den alle Marken, ob jung oder etabliert, zusätzlich produzieren, um die Kunden nicht in einem leeren Laden zu empfangen. Es ist dieser Restbestand, für den The Bradery ausgelegt ist. „Diesen zwanzig Prozent der Bestände steht eines von zwei möglichen Schicksalen bevor: Das erste ist die Zerstörung, die Deponien. Das zweite ist, von den Kunden von The Bradery erworben zu werden.“

Erfolgsstory: Wie The Bradery Überbestände attraktiv macht

Um den auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Diskurs zu unterstreichen, haben Thimothée Linyer und Edouard Caraco beschlossen, gelegentliche Sales zu organisieren, bei denen sie sich verpflichten, einen Euro pro Bestellung an verschiedene Vereine zu spenden, die ihnen am Herzen liegen. Ein erster solcher Sale fand zu Beginn der Pandemie statt. Der gesamte Gewinn daraus wurde an den Notfallfonds der Krankenhausstiftung gespendet. Eine Woche später, während einer mit Jonak organisierten Aktion, spendete das Unternehmen einen Euro pro verkauftem Stück an den Verein 'Protège ton Soignant'. Diese Wohltätigkeitsaktion ist mittlerweile fest etabliert und findet jeden Samstag statt. Seit März 2020 haben 31 solcher Solidaritätsaktionen stattgefunden, und Anfang 2021 wurde ein Stiftungsfonds mit dem Namen „The Bradery Cares“ eingerichtet. Das reicht aus, um die Marken, die dem Unternehmen in Sachen Image vertrauen, an sich zu binden, darunter Sandro, Maje, Le Slip Français, Eric Bompard, Vanessa Bruno, Ères und American Vintage, aber auch, um die Moral der wachsenden Belegschaft des Start-ups zu stärken – 26 Mitarbeiter im Januar 2021, 20 mehr als noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig setzen sich Thimothée Linyer und Edouard Caraco ehrgeizige Wachstumsziele: The Bradery strebt in diesem Jahr einen Umsatz von 50 Millionen Euro an.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.fr veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Fotos: The Bradery

 

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