Gucci startet neues Boutique-Konzept mit Store in der Pariser Avenue Montaigne

„Die Erholung von Gucci bleibt unsere entscheidende Priorität“, erklärte Luca de Meo vor wenigen Tagen. Der Chief Executive Officer (CEO) des französischen Luxusgüterkonzerns Kering äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal zur konzerneigenen italienischen Luxusmarke. Nun folgen Taten. Gucci leitet die strategische Weiterentwicklung seines Vertriebsnetzes ein und eröffnet am 30. Oktober einen neuen Flagship-Store in der Avenue Montaigne 56 in Paris.

Der Store ist der erste im erneuerten Retail-Konzept der Marke und erstreckt sich über 1.480 Quadratmeter auf vier Etagen. Er überträgt die Ausrichtung, die Gucci am 25. September bei der Präsentation „The Store Show“ in Mailand vorgestellt hatte, in ein dauerhaftes Ladenformat. Laut einer Mitteilung des Modehauses definiere die Struktur damit einen Rahmen, der schrittweise im Boutique-Netz von Gucci eingeführt werden soll. Dieser sei im italienischen Erbe des Hauses, in der zeitgenössischen Kultur und im Client-Experience-Ansatz der Marke verwurzelt.

Die Architektur greift die modulare Gliederung italienischer Renaissance-Palazzi auf. Ergänzt wird sie durch Elemente des Mailänder Rationalismus der dreißiger Jahre sowie Referenzen an das Interior Design der fünfziger bis siebziger Jahre. Im Inneren führt der Weg durch miteinander verbundene Räume unterschiedlicher Größe. Er endet im zweiten Stock im exklusiven Bereich Gucci Appartamento, der Privatkund:innen und Services nach Terminvereinbarung vorbehalten ist.

Das Innere des Gucci-Stores in der Avenue Montaigne in Paris Credits: Kering

Die Materialauswahl spiegelt eine typisch Mailänder und italienische Bautradition wider. Ceppo di Gré trifft auf Travertin in verschiedenen Ausführungen, hinzu kommen Emperador-Marmor, Brekzie, grüner Victoria-Regia-Stein und Bronzit. Kombiniert werden die Steine mit Nussbaum-, Zebrano- und Teakholz sowie mit lackierten Oberflächen, Terrazzo und pigmentiertem Gussbeton.

Das Visual-Merchandising-Konzept bricht mit der klassischen frontalen Warenpräsentation. Stattdessen sind die Kollektionen in die architektonischen Volumen eingebunden, Produkte, Einrichtungselemente und Kunstwerke wechseln sich ab. Die Pariser Eröffnung dient als operatives Vorbild für die weitere Neupositionierung des weltweiten Direktvertriebsnetzes.

Kering hatte am 22. Oktober seinen Umsatz für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. Dieser lag bei 3,35 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres erreichte der Konzernumsatz 10,57 Milliarden Euro. Das entspricht einem ausgewiesenen Rückgang von zwei Prozent, auf vergleichbarer Basis blieb der Umsatz stabil.

Gucci setzte im dritten Quartal 1,29 Milliarden Euro um, ein Minus von vier Prozent auf ausgewiesener und sechs Prozent auf vergleichbarer Basis. Im eigenen Retail-Netz sanken die Umsätze der Marke auf vergleichbarer Basis um neun Prozent. Belastet wurden sie durch eine geringere Kundenfrequenz im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere auf dem chinesischen Festland, sowie in Japan. Der Wholesale-Umsatz wuchs hingegen auf vergleichbarer Basis um 45 Prozent auf 120 Millionen Euro.

Eine Innenansicht des Gucci-Stores in der Avenue Montaigne in Paris Credits: Kering

ODER ANMELDEN MIT
Gucci
Kering