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Modernes Brandbuilding: Wie Ugg und Dai sich mit der Kundschaft vernetzen

Von Lara Grobosch

17. Juni 2022

Einzelhandel

Image by FashionUnited, Shoptalk Europe

Wie kann eine Marke in unsicheren Zeiten relevant bleiben? Die globale Lifestyle-Marke Ugg und das Damenbekleidungslabel Dai haben bei der Podiumsdiskussion „The Future of Brands“ auf der diesjährigen Einzelhandelsmesse Shoptalk Europe in London eine Antwort auf diese Frage gegeben.

Während Ugg ein Zwei-Milliarden-US-Dollar-Unternehmen mit zahlreichen Verkaufsstellen auf der ganzen Welt ist, ist Dai eine junge Marke, die erst im März ihr erstes physisches Geschäft eröffnet hat. Die beiden haben sehr unterschiedliche Ausgangspunkte, sind sich aber in einem Punkt einig: Authentizität und die Förderung einer Gemeinschaft sind der Schlüssel zum Aufbau einer erfolgreichen Marke.

„Für uns ist die erste Frage: Was bedeutet eine Gemeinschaft für uns? Was bedeutet das für uns und unsere Kund:innen? Das erste Ziel kann nicht der Umsatz sein sondern Authentizität und Sinn“, sagte Joanna Dai, Gründerin von Dai, während der Podiumsdiskussion, die von der Einzelhandels- und E-Commerce-Analystin Suzy Davidkhanian geleitet wurde.

„Es ist wichtig, nicht nur an verschiedene Gruppen von Menschen zu vermarkten, es geht wirklich darum, eine Gemeinschaft zu kultivieren und Gespräche mit Gemeinschaften zu führen und ihnen zu dienen“, fügte Carole Diarra, Global Vice President für Marketing bei Ugg, hinzu.

Daher spielen Inklusivität und Nachhaltigkeit eine große Rolle beim Aufbau einer Gemeinschaft, und beide Marken ergreifen verschiedene Initiativen, um einen positiven Einfluss auf die Umwelt zu nehmen und Diversität zu fördern.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, in 60 Prozent aller unserer Marketingkampagnen Menschen aus der BIPOC-Gemeinschaft, der LGBTQ+-Gemeinschaft sowie verschiedene Körperformen und -größen zu zeigen“, nannte Diarra als Beispiel von Ugg. „Für uns sind Inklusivität und Nachhaltigkeit sehr wichtig. Wir stellen also sicher, dass die Menschen wissen, dass wir viel mehr als nur eine Schuhmarke sind, dass wir wirklich eine echte Marke sind, die mit der globalen Modegemeinschaft verbunden ist.“

Gemeinschaftliche Verbundenheit

Eine moderne Marke aufzubauen bedeutet, sich ständig weiterzuentwickeln und neue Handelskanäle zu erschließen. In unserer digitalisierten Welt ist eine der besten Möglichkeiten, mit potenziellen Kund:innen in Kontakt zu treten, die Nutzung sozialer Medien und anderer digitaler Plattformen. „Wir sehen TikTok wirklich als organisches Forum für uns, um zusätzliche Emotion und Kreativität für unsere Marke zu schaffen und mit unserer Community zusammenzuarbeiten“, sagte Diarra und fügte hinzu, dass Ugg die Plattform vor allem zur Inspiration und zur Steigerung des Markenbewusstseins nutzt.

Während der Pandemie machte die Social-Media-Plattform sogar unerwartet Hausschuhe zu einem der neuen meistverkauften Produkte des Labels. „Wir sahen auf TikTok, dass die Leute unsere ‘Fluffita’ liebten, und dann sahen wir plötzlich so viele junge Leute, die die Marke durch einen völlig anderen Blickwinkel kennenlernten“, sagte Diarra. „Die meisten Leute kommen durch unsere kultigen Boots zur Marke, und hier waren wir mit diesen coolen, modischen Hausschuhen, die man sowohl drinnen als auch draußen tragen konnte, und das hat tatsächlich eine ganz neue Kategorie von Luxus-Hausschuhen eingeführt.“ Ugg hat auch begonnen, sich anderen digitalen Formaten zuzuwenden, angefangen mit Live-Streaming und dem Metaverse, insbesondere auf dem asiatischen Markt.

Das Performance-Wear-Start-up Dai hingegen konzentriert sich in erster Linie auf Instagram und Linkedin, um seine Zielgruppe der starken Businessfrauen zu erreichen. „Es geht um soziale Medien, aber auch darum, seine Kanäle zu kennen und zu wissen, wo man authentisches Engagement hat. Vor allem als Start-up können wir nicht ständig auf jedem einzelnen Kanal präsent sein“, erklärte Dai.

Die Verbindung mit der Community und die Schaffung von Erlebnissen rund um die Marke sind Schlüsselelemente um als Marke relevant zu bleiben, so die beiden Modelabels bei Shoptalk Europe. „Ich denke, hier haben wir noch viel Spielraum, um zu wachsen. Es geht darum, wie wir das gesamte Ökosystem, in dem unsere Verbraucher:innen unsere Marke erleben, neu definieren können“, schlussfolgerte Diarra.

Dieser übersetzte Beitrag wurde zuvor auf FashionUnited.uk veröffentlicht.

Shoptalk Europe 2022 hat vom 6. bis 8. Juni in London stattgefunden und mehr als 3.000 Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern zusammengebracht. Verfolgen Sie die weitere Berichterstattung über die Veranstaltung von FashionUnited hier.

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