Novemberhilfen stark nachgefragt - Bund soll auch Hilfen für Einzelhandel planen

Die Novemberhilfen für Unternehmen im Teil-Lockdown und Selbstständige wie Künstler stoßen auf eine hohe Nachfrage. Nach jüngsten Berichten könnte es auch bald zusätzliche Überbrückungshilfen für Einzelhändler geben, die nicht direkt von Schließungen betroffen sind.

Seit Start des Programms der Novemberhilfen am Mittwoch wurden bisher 16 797 Anträge gestellt. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag auf Anfrage mit. Die Website sei 1,3 Millionen Mal abgerufen worden. Der erste Direktantrag kam demnach aus Bayern aus der Branche “Selbstständige Bühnen-, Film-, Hörfunk- und Fernsehkünstlerinnen und -künstler sowie sonstige darstellende Kunst”.

Erste Gelder der Hilfen sollen ab Ende November gewährt werden, und zwar in Form von Abschlagszahlungen - das ist ein Vorschuss auf spätere Zahlungen ohne eine tiefergehende Prüfung. Konkret sollen Unternehmen sowie Selbständige einen Abschlag in Höhe von bis zu 50 Prozent ihrer beantragten Summe erhalten, maximal 10 000 Euro. Betroffene können in ihrem Antrag auf die Novemberhilfe angeben, ob sie eine Abschlagszahlung wollen. Die Anträge können über eine bundeseinheitliche IT-Plattform gestellt werden.

Die Bundesregierung hatte die Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige zugesagt, die seit Anfang November von den behördlich angeordneten Schließungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind. Für die weitaus meiste Zahl der Firmen sollen Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019 gewährt werden.

Der Bund rechnet mit einem Finanzvolumen von 14 bis 15 Milliarden Euro. Wegen der Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 20. Dezember sind erneut Finanzhilfen geplant - und zwar im Umfang von voraussichtlich 17 Milliarden Euro.

Könnte es auch für Modehändler Überbrückungshilfen geben?

Die Bundesregierung wolle Betrieben den Zugang zu Überbrückungshilfen erleichtern, die nicht direkt von Schließungen betroffen sind, berichtete Reuters am Freitag. Voraussetzung sei, dass die Betriebe einen Umsatzrückgang von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr für die Monate November und Dezember verzeichnen, erfuhr die Nachrichtenagentur von einem namentlich nicht genannten Regierungsvertreter. Unternehmen könnten Zuschüsse für Mieten, Pachten oder auch Finanzierungskosten erhalten. Außerdem sollen Unternehmen bis zu 500 Millionen Euro diese Überbrückungshilfen beantragen können.

„Aktuell mehren sich die Anzeichen, dass es für Handelsunternehmen - und damit auch für den besonders betroffenen Textil-, Schuh- und Lederwarenhandel - Überbrückungshilfen geben soll, wenn deren Umsatzminus im November mindestens 40 Prozent beträgt”, teilte der Handelsverband Textil BTE am Freitag mit. Modehändlern sollten sich kurzfristige Rabattaktionen gut überlegen, wenn ihr Umsatzrückgang nahe des Schwellenwertes liegt und sie Hilfen beantragen wollen, rät der Verband.

Umfragen des Handelsverbands Deutschland hätten ergeben, dass Händler in den Innenstädten in den ersten drei Novemberwochen im Durchschnitt ein Drittel weniger Umsatz erwirtschafteten als im Vorjahr. „Vor allen Dingen viele Modehändler stehen mit einem Bein in der Insolvenz. Die Umsatzverluste liegen hier im November bisher durchschnittlich bei 40 Prozent“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer Mitteilung am Freitag. (dpa/Fashionunited)

Bild: Düsseldorf / Ying Yang / Nur Photo vis AFP

 

Related Products

 

Themenverwandte Nachrichten

WEITERE NACHRICHTEN

 

AKTUELLSTE STELLENANGEBOTE

 

MEISTGELESEN