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Paris gegen Pop-up-Exzesse: Neue Regeln für temporäre Mietverträge während der Fashion Week

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Das Marais-Viertel in Paris. Credits: Photo by DANIEL THIERRY / PHOTONONSTOP / PHOTONONSTOP VIA AFP
Von Julia Garel

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Die Men’s Fashion Week rückt näher, und die Pariser Schaufenster verwandeln sich für einige Tage in Pop-up-Stores. Während sich einige auf die Entdeckung dieser temporären Läden freuen, verurteilt die Stadt Paris eine „Airbnb-Isierung“ der Gewerbemietverträge.

Airbnb-Isierung von Gewerbemietverträgen

Vom 21. bis 24. Januar eröffnet die Modemarke Gertrude einen „immersiven Pop-up“, der als „künstlerisches Labor“ konzipiert ist. Der Veranstaltungsort befindet sich in der Rue des Haudriettes 5 im Marais. Dies ist einer von vielen Räumen, die während der Pariser Men’s Fashion Week für kurze Zeit gemietet werden. Die Stadt Paris kämpft seit mehreren Monaten gegen dieses Phänomen.

Im Gespräch mit FashionUnited erklärt Nicolas Bonnet Oulaldj, stellvertretender Bürgermeister von Paris für Handel, dass die Zunahme von Pop-up-Stores zu höheren Mieten führt. Er spricht von einer „Airbnb-Isierung“ der Gewerbemietverträge.

Auch die Identität der Modeakteur:innen, die solche Flächen eröffnen, wird in Frage gestellt. „Dies ist nicht unbedingt ein Phänomen, das es jungen Designer:innen ermöglicht, sich zu etablieren“, erklärt Oulaldj. „Wir sehen zunehmend, dass große Konzerne wie H&M, Shein und andere zu dieser ‚Ephemeralisierung‘ des Pariser Einzelhandels beitragen.“

Dies sei für andere Unternehmen unangenehm, die einen Anstieg der Gewerbemieten tragen müssten. Es sei zudem schwierig für die Anwohner:innen, denen es an dauerhaften Geschäften fehle, insbesondere an lokalen.

Paris kämpft gegen das Phänomen an

Um dieses Phänomen zu bekämpfen, kann die Stadt Paris über ihre Immobiliengesellschaft Paris Commerces ein Vorkaufsrecht für Geschäftsräume ausüben. Dies gibt ihr die Kontrolle über die Auswahl des Projekts, das die Fläche nutzen wird. In der Regel handelt es sich dabei um Lebensmittelgeschäfte oder Reparaturdienste.

Ein im vergangenen Dezember vom Pariser Stadtrat verabschiedeter Beschluss betraf beispielsweise den Verkauf von zwei Grundstücken mit Vorkaufsrecht in der Rue Vertbois im dritten Arrondissement an Paris Commerces. Ziel ist es, dort dauerhaft Handwerker:innen und lokale Geschäfte anzusiedeln.

Oulaldj teilte FashionUnited mit, dass die Vorkaufsrechte bei Verkäufen in bestimmten Gebieten fortgesetzt und ausgeweitet werden. Er betonte, dass die Rolle von Foncière Paris Commerces als Regulierungsinstrument gestärkt wird. Die Stadt wird zudem mit den Arrondissements zusammenarbeiten, um diese temporären Nutzungen besser zu regulieren, wenn sie das kommerzielle Gleichgewicht und die Ruhe der Anwohner:innen stören.

Bislang scheinen die Bemühungen der Stadtverwaltung das Geschäft der Vermietungsagenturen nicht zu beeinträchtigen. Nama Paris ist ein Unternehmen, das sich auf die Vermietung von temporären Einzelhandelsflächen im Haut Marais spezialisiert hat. Auf Anfrage von FashionUnited erklärte das Unternehmen, dass die Maßnahmen der Stadt Paris die Marktdynamik nicht beeinflusst haben. Die Anzahl der für Pop-ups während der Men’s Fashion Week gemieteten Flächen sei stabil, wenn nicht sogar steigend.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Stadt temporäre Formate nicht grundsätzlich ablehnt, sondern deren missbräuchliche Nutzung. Damit diese Pop-ups weiterhin erfolgreich sein können, sei ein Kompromiss möglich, erklärt Oulaldj, „vorausgesetzt, es werden klare Regeln aufgestellt“. Zu diesen Regeln gehören Transparenz bei Mietverträgen und Mietbedingungen, die heute oft sehr undurchsichtig sind. Außerdem müssen die öffentliche Ruhe respektiert und die Pop-ups in eine Stadtteilstrategie integriert werden. Dies sollte nicht einer spekulativen Logik folgen, die von den Bedürfnissen der Anwohner:innen losgelöst ist. Schließlich muss sichergestellt werden, dass unabhängige Geschäfte nicht durch überhöhte Mieten verdrängt werden.

„Das Marais ist keine Kulisse oder ein Showroom, es ist ein lebendiges Viertel“

Einigen aktiven Akteur:innen auf dem Markt für temporäre Vermietungen zufolge gibt es im Marais schon lange keine lokalen Geschäfte mehr. Sie behaupten, Pop-up-Stores seien nicht der Grund für deren Verschwinden.

Für Oulaldj ist diese Argumentation jedoch nicht stichhaltig: „Zu sagen, dass die lokalen Geschäfte ‚sowieso‘ verschwunden wären, bedeutet, jede öffentliche Politik aufzugeben. Wir tun genau das Gegenteil. Wir verfolgen einen proaktiven Ansatz, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Wir wollen den Platz für zugängliche, unabhängige und nützliche Geschäfte für die Anwohner:innen wiederherstellen. Es ist eine klare politische Entscheidung: Das Marais ist keine Kulisse oder ein Showroom, es ist ein lebendiges Viertel, und wir wollen, dass es so bleibt.“

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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