Resale statt Spende: Britische Wohltätigkeitsläden verkleinern ihr Standort-Netzwerk
Die britische Wohltätigkeitsorganisation British Heart Foundation (BHF) hat die ersten 87 Geschäfte benannt, die im Rahmen eines umfassenderen Plans geschlossen werden sollen. Dieser Plan sieht vor, bis März 2027 etwa 150 der rund 640 Standorte im Vereinigten Königreich zu schließen.
Die Liste umfasst Standorte in England, Schottland und Wales. Dazu gehören Filialen in Bath, Blackpool, Camden, Durham, Plymouth und Sunderland sowie mehrere größere ‘Home Stores’ in Brighton, Hull und Salford. Weitere 63 Geschäfte werden für eine mögliche Schließung bis März 2028 überprüft.
Der Nettogewinn des Einzelhandels der Organisation fiel von 18,8 Millionen Britischen Pfund im Jahr 2024 auf 3,6 Millionen Britische Pfund im Geschäftsjahr bis März 2025, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet. Die Geschäftsführerin Charmaine Griffiths sagte im Juni, die Organisation stehe vor einem „außergewöhnlich herausfordernden Handelsumfeld“. Sie fügte hinzu, dass die Schließungen notwendig seien, um den Beitrag des Einzelhandels zur Finanzierung der Herz-Kreislauf-Forschung zu sichern.
Gemeinnützige Einzelhändler:innen reagieren auf
Die BHF handelt nicht allein. Auch Cancer Research UK kündigte an, die Kette von rund 500 auf etwa 320 Geschäfte zu verkleinern. Laut einer Mitteilung zur Umstrukturierung des Einzelhandels der Organisation sollen bis Mai 2026 90 und bis April 2027 bis zu 100 weitere Geschäfte geschlossen werden. Die Einnahmen und Kosten des Einzelhandels für das Geschäftsjahr bis März 2025 glichen sich laut den veröffentlichten Bilanzen mit 120,8 Millionen beziehungsweise 120,0 Millionen Britischen Pfund nahezu aus. Oxfam entließ unterdessen 250 seiner 2.100 Mitarbeitenden im Vereinigten Königreich, um die Lohnkosten zu senken. Dies berichtete die BBC unter Berufung auf die Finanzberichte der Organisation.
Gemeinnützige Einzelhändler:innen haben auch auf eine Veränderung der Spendenqualität hingewiesen, die mit dem Wachstum von Resale-Plattformen zusammenhängt. Robin Osterley, Geschäftsführerin der Charity Retail Association, erklärte gegenüber der britischen Tageszeitung The Telegraph, dass den Mitgliedsorganisationen zunehmend die hochwertigeren Artikel entgehen, die sie früher erhielten. Der Grund dafür ist, dass Spender:innen diese stattdessen direkt über Apps wie Vinted und Depop verkaufen. „Viele unserer Mitglieder haben berichtet, dass sie nicht mehr die hochwertigen Artikel erhalten, die sie früher bekamen“, sagte sie im vergangenen Jahr.
Die BHF teilte mit, dass Kund:innen in den betroffenen Filialen bis zu deren Schließung weiterhin einkaufen und spenden können. Danach können Spenden an nahegelegene Geschäfte, Sammelstellen, Abholdienste oder das Postspendenprogramm weitergeleitet werden. Den betroffenen Mitarbeitenden werden Unterstützung und eine mögliche anderweitige Vermittlung angeboten. Freiwilligen sollen voraussichtlich Stellen an anderen Standorten angeboten werden.