• Home
  • Nachrichten
  • Einzelhandel
  • Zalando launcht Zalon - und verbindet Online mit Offline Shopping

Zalando launcht Zalon - und verbindet Online mit Offline Shopping

Von Regina Henkel

13. Mai 2015

Einzelhandel

Nur einen Tag nach Veröffentlichung der positiven Quartalszahlen gibt es wieder Neuigkeiten von Zalando. Was bislang unter dem mysteriösen Namen „Projekt Z“ in die Zalando Website integriert war, startet ab heute als eigene Plattform: Zalon.de ist das neue Curated-Shopping Angebot des Berliner Online-Händlers.

Beratung integrieren

Ab heute ist die Testphase vorbei. Unter dem finalen Namen Zalon by Zalando (Zalon ist eine Zusammenlegung der Namen Salon und Zalando) können Kunden in Deutschland eine persönliche Kaufberatung von speziell geschulten Zalando-Stylisten bekommen. Die Beratung läuft folgendermaßen ab: Der Kunde erstellt auf der Website sein persönliches Fashion-Profil indem er aus „Hot Or Not“ Looks seine Vorlieben auswählt und zusätzlich zum persönlichen Stil, Lieblingsfarben, Lieblingsmarken und zur Preisspanne befragt wird. Daraufhin werden ihm drei Stylisten vorgestellt, aus denen er einen wählen kann. Mit dem präferierten Stylisten wird dann ein Telefontermin vereinbart, wo die Einzelheiten besprochen werden. Darauf aufbauend stellt der Stylist ein Outfit zusammen und verschickt es mit einer persönlichen Notiz an den Kunden. Auch dieser Service ist gratis, genauso wie der Versand. Wie bei Zalando gilt ein 30-tägiges Rückgaberecht. „Mit dem neuen Tool wollen wir die Lücke zwischen Online und Offline Shopping schließen“, erklärt Ivo Scherkamp, verantwortlich für den Aufbau von Zalon. „Zalon ist auch eine Reaktion auf die Kundengruppe, die keine Lust oder Zeit hat, sich lange mit Shopping zu beschäftigen.“

Damit hat das Unternehmen ein weiteres Beispiel dafür geschaffen, wie man als Online-Händler auf das Bedürfnis der Kunden nach Beratung reagieren und Service einbinden kann. Die eigene Website habe man gewählt, um flexibler zu bleiben. So können auch Nicht-Zalando-Kunden den neuen Dienst nutzen. Zudem agiere die Seite eigenständig, Stylisten bekommen also nicht automatisch Zugriff auf bisherige Bestellungen.

Etwa 200 freiberuflich auf Provisionsbasis arbeitende Stylisten hat Zalando für den neuen Online-Dienst gewinnen können und speziell geschult. Dabei wurden verschiedene Altersgruppen und unterschiedliche Regionalitäten berücksichtigt, damit „nicht jemand aus Kiel eine Dirndlberatung fürs Oktoberfest macht“, so Kristin Dolgner von Zalando. Für die Vergütung sei nicht nur die Treffsicherheit bzw. der Kauf des Outfits relevant, sondern auch die Bewertung der Beratung durch den Kunden. Verkauft werde aus dem gesamten Shop, wobei die Eigenmarke von Zalando nicht im Vordergrund stehe oder ein vorab definiertes Sortiment.

Feedback nutzen

Begonnen hat das Tool als kleiner Fragebogen, der im letzten Jahr auf der Website eingebunden wurde. Danach startete die offizielle Testphase im März unter dem Namen „Projekt Z by Zalando“. Jetzt hat Zalando genug Erfahrungen gesammelt, um Zalon aus der Projektphase herauszuheben: „Unsere Testphase war sehr erfolgreich, mehrere Tausend Kunden haben unser Angebot ausprobiert“, erklärt Ivo Scherkamp, verantwortlich für den Aufbau von Zalon. „Das Feedback haben wir in die finale Seite eingearbeitet. Ein Beispiel: Da sich die Nutzer noch mehr Informationen über unsere Stylisten wünschen, gibt es bei Zalon jetzt Profilseiten, auf denen sich die Stylisten mit Fotos, Videos und Texten vorstellen – und den Usern die perfekte Wahl ermöglichen.“ Gezeigt hat sich auch, dass die Trefferquote mit einem Vorab-Telefonat deutlich höher ist. Man hat auf Zalon deshalb darauf verzichtet, eine Beratung ohne Telefonat zu ermöglichen – eine Option, die in der Vorgängerversion noch vorgesehen war.

Das Feedback aus dem Projekt hat auch Relevanz für den Zalando-Shop: „Was sich bislang als besonders beratungsrelevant entpuppt hat, sind bei Frauen die Themen Schwangerschaft und Outfits für festliche Anlässe“, so Dolgner weiter. Es werde daher in Zukunft auch auf Zalando eine intensivere Darstellung dieser Bereiche geben, beispielsweise in Form einer Beratungsseite, wie sie heute schon für Laufschuhe existiert.