‘Féminités dissidentes’: Wie der Palais Galliera die Anfänge einer kommerziellen Revolution nachzeichnet

Der Palais Galliera präsentiert ‚Ein eigener Kleiderschrank. Dissidente Weiblichkeiten im 19. Jahrhundert‘, eine Ausstellung über die Aneignung männlicher Kleiderordnungen durch Frauen.
Kultur
Streetstyle-Foto aus Paris, aufgenommen während der Modewoche Frühjahr/Sommer 2026. Credits: ©Launchmetrics/spotlight
Von Julia Garel

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Diesen Herbst präsentiert das Pariser Modemuseum Palais Galliera die Ausstellung „Ein eigener Kleiderschrank. Dissidente Weiblichkeiten im 19. Jahrhundert“. Die Veranstaltung beleuchtet ein bedeutendes historisches Phänomen: die Aneignung männlicher Kleiderordnungen durch Frauen im 19. Jahrhundert.

Historische Persönlichkeiten und anonyme Frauen vereint

Die Retrospektive versteht sich als Antwort auf die oftmals normativen Ansätze der Damenmode. Sie versammelt nahezu 500 Exponate, darunter die fast vollständig erhaltene Garderobe der Malerin Rosa Bonheur. Der Rundgang veranschaulicht die zunehmende Übernahme von Elementen der Herrengarderobe durch Frauen. Dies wird anhand von Archivstücken wie Reitkostümen, Hosen, Anzügen, Krawatten und Zylindern verdeutlicht.

Um diese Silhouetten in einen größeren Kontext einzuordnen, präsentiert das Museum eine umfangreiche ikonografische Auswahl. Diese umfasst Gemälde, Modeplakate sowie 150 bislang unveröffentlichte Amateurfotografien. Die Gegenüberstellung von Kleidungsstücken und visuellen Archiven zeigt, wie die Maskulinisierung der Damenmode die Geschlechterbinarität der damaligen Gesellschaft infrage stellte. Die Ausstellung bringt historische Persönlichkeiten wie Marie-Antoinette, George Sand und Natalie Clifford Barney mit zahlreichen anonymen Frauen in einen Dialog.

Durch die Untersuchung dieser Archive erinnert das Museumsteam unter der Leitung der Generalkommissarin Émilie Hammen, Direktorin des Palais Galliera, daran, dass Mode ein mächtiges Instrument zur Neudefinition von Identitäten und sozialen Rollen bleibt. Zugleich wird deutlich, dass die Idee einer „genderlosen“ Mode keine zeitgenössische Erfindung ist. Vielmehr stellt sie das direkte Erbe jener Frauen des 19. Jahrhunderts dar.

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