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EuroShop-Trends: Von Naturtapeten bis zur KI-gestützten Echtzeit-Analyse

Einblicke in die Trend- und Technologie-Highlights der Retail-Messe.
Messen
Craft Mannequins-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch
Von Guest Contributor

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1.800 Ausstellende, 18 Messehallen – und unzählige Innovationen für den Handel von morgen. Wer bei der EuroShop den Überblick behalten will, braucht ein geschultes Auge. Genau das boten Trend-Scout Alex Gehle und Retail-Experte Chris Zorn vom Innenausbau-Unternehmen Knoblauch mit ihrer Expo-Tour „Spotting the bold“ bei der Düsseldorfer Messe für Retail-Innovationen.

Ihr Ziel dabei war es Händler:innen dorthin zu führen, wo Materialien überraschen, Systeme neu gedacht werden und digitale Lösungen den Ladenbau auf ein neues Level heben.

Gehle hat seine Highlights für FashionUnited zusammengefasst.

Über den Autor:

    Alexander Gehle ist Retail-Experte und Teil der „Ideenwerkstatt“ des Ladenbau-Spezialisten Konrad Knoblauch. Diese Abteilung begleitet Kund:innen aus den Bereichen Retail, Hospitality und Office mit Impulsen, strategischem Know-how und kreativen Workshops auf dem Weg zu ihrem Raumkonzept. Der Trendscout nimmt die Kundschaft mit auf kuratierte Touren durch Stores, Szene-Cafés, Studios, Büros und Hotels verschiedener Städte und gibt dabei auch Einblicke hinter die Kulissen.

Heublumenduft im Store

Alexander Gehle während seiner EuroShop-Tour Credits: Knoblauch

Wurde das Nachhaltigkeitsthema auf der EuroShop 2023 noch hervorgehoben, scheint es drei Jahre später bereits tiefer verwurzelt – zumindest, was das Ausstellerangebot angeht. Da wäre zum Beispiel Organoid, ein Tiroler Unternehmen, das mit Oberflächen, Tapeten und Akustikwänden aus Rosenblättern, Heublumen, Moos und vielem mehr Natur in Stores bringt. Brands wie L‘Occitane, VW oder Microsoft arbeiten mit Christoph Egger und seinem Team. Hier wird Nachhaltigkeit zum echten Sinneserlebnis, denn beispielsweise die Rosentapete duftet sogar.

Ziegelsteine aus recycelter Kleidung

PanelPiedra-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

Recycling ist in der Fashion Industrie seit Jahren ein schwieriges Thema. Aber was, wenn man Textilfasern zurück in den Kreislauf gibt, um daraus Materialien für den Ladenbau zu produzieren? So macht es das spanische Kunststein-Hersteller PanelPiedra, dessen Produkte nicht nur im Retail, sondern auch in der Gastro viel zum Einsatz kommen. So hat PanelPiedra beispielsweise einen Ziegelstein auf dem Markt, der es in Form von Warentischen in die Zara-Stores geschafft hat. Die Steine bestehen zu 50 Prozent aus recycelten Kleidungsfasern, die mit Zement und weiteren Materialien gemischt werden. Echte Hingucker – in 'Brandschutzklasse 1' (nicht brennbare Baustoffe ohne brennbare Bestandteile)!

Paneco-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

Noch plakativer wird es bei Paneco, einer Plattform für die Kreislaufwirtschaft von Textilien des japanischen Unternehmens Workstudio Co., Ltd.. Paneco stellt Oberflächen aus Müll her. Kleidung, Reste, Essen – alles wird geschreddert und in Oberflächen verarbeitet. Die können beispielsweise zu 90 Prozent aus Kleidung bestehen und kommen im Ladenbau, aber auch beim Innenausbau von Offices, Hotels und Restaurant zum Einsatz. Gezeigt wurden außerdem Pop-up-Möbel.

Schöne Schaufensterpuppen

Puppenköpfe am Stand von Craft Mannequins Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

Ein wirklich spannendes Konzept zeigte Craft Mannequins aus den Niederlanden. Die Puppen sind aus Pappmaché und zu 100 Prozent biologisch abbaubar, mal abgesehen von den Metallen, die sich in den Schulterbereichen der Puppen befinden. Recyceltes Papier, das am Ende noch superästhetisch verarbeitet wird, teilweise auch in auffälligen Farben. Perfekt für Pop-up-Flächen!

Outform sorgt für Staunen

Outform-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

An dieser Stelle hätte der Kontrast nicht größer sein können: Raus aus den Materialhallen, rein in die digitale Welt. „Together we shape the World of Retail“ lautet das Motto des US-amerikanischen Display-Herstellers Outform. Und auch wenn die US-Amerikaner:innen bekanntlich häufig zur Übertreibung neigen: Hier haben Sie definitiv Recht. Mit riesigen LED-Formaten, auf denen gestochen scharfer Content ausgespielt wurde, sorgten sie auf der EuroShop für viele „Ahhhs“ und „Ohhhhs“. Niederlassungen gibt es bereits im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden, schließlich gilt es Kund:innen wie den Kaffeemaschinen-Anbieter Nespresso, die Beauty-Marke Vieve oder den Haushaltsgeräte-Hersteller Miele zu beliefern.

Kundschaftsanalysen in Echtzeit

Ariadne-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

Datenbasierte Entscheidungen sind am Point-of-Sale (POS) schon länger ein Thema. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der jemand mit manuellem Frequenzzähler getrackt hat, wie viele Kund:innen einen Store betreten? Diese Zeiten sind natürlich vorbei, da es mittlerweile Betriebssysteme gibt, die Kundschaftsanalysen in Echtzeit ermöglichen. So wie etwa Ariadne mit Sitz in München. Das System ermöglicht die Lokalisierung im Innen- und Außenbereich in vielen Branchen und nutzt Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) zur präzisen – und gleichzeitig anonymen – Verfolgung von Kund:innen. Dass KI den Retail nochmal auf ein anderes Level heben wird, steht außer Zweifel. Und für das „Wie“ gibt es viele Lösungen.

Digimago-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

Was mit Echtzeit-Analysen passieren kann, zeigt Digimago, der Digital-Signage-Lösungen an den POS bringt. Eine Kamera analysiert live – und datenschutzkonform – die Kund:innen auf der Fläche nach Geschlecht und Alter. Mit Hilfe einer KI-gestützten Software werden auf Displays im Store direkt Inhalte ausgespielt, die für die jeweiligen Kundinnen und Kunden – und vielleicht sogar noch zur Wettersituation – passen. Stefan Richter, Geschäftsführer des auf Usedom ansässigen Modehändlers Pier14-Gruppe und Teilnehmer der Tour, hat bereits erste Erfahrungen mit Digimago gemacht. Visuelle Erlebnisse in Stores smart umgesetzt!

First Impression – vom DJ-Pult in den Retail

First Impression-Stand Credits: Alexander Gehle/Knoblauch

Drei DJs, eine Idee – so beginnt die Firmengeschichte von First Impression, einem niederländischen Digitalunternehmen. First Impression designt, entwickelt und implementiert audiovisuelle Konzepte und Lösungen. Auf der EuroShop zeigten sie Räume, die Digital Signage und audiovisuelle Technik mit interaktivem Content kombinieren – einen spannende Mischung!

Alexander Gehle
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