Playtime in New York: Wie die US-Handelspolitik den Einkauf von Kindermode beeinflusst
Während die Kindermodemesse Playtime eine weitere Ausgabe seiner Messe in New York City veranstaltet, sind Einkäufer:innen bei Lagerbeständen und Lieferungen vorsichtig. Dies ist ein Trend, der in verschiedenen Sektoren der Bekleidungsindustrie zu beobachten ist, die derzeit mit der Unvorhersehbarkeit der US-Marktzölle zu kämpfen haben.
„Einkäufer:innen haben derzeit nur eine kurzfristige Sicht auf geopolitische Veränderungen. Es ist schwierig vorauszusehen, was passieren wird und wie es sie beeinflussen wird. Sie müssen Kollektionen zusammenstellen, die den Bedürfnissen ihrer Kund:innen entsprechen“, sagte Chantal Danguillaume, die Direktorin der Playtime-Messe, gegenüber FashionUnited. „Gleichzeitig müssen sie die Preispunkte einhalten, ihre Lagerbestände begrenzen und pünktliche Lieferungen fordern.“
Um die Unsicherheit zu bewältigen, haben Marken begonnen, über das ganze Jahr verteilt verschiedene Drops anzubieten, was eine größere Flexibilität ermöglicht, so Danguillaume. Gleichzeitig konzentrieren sich die Einkäufer:innen auch darauf, die Markenbekanntheit zu steigern und auf Standards in Bezug auf Qualität, Nachhaltigkeit und Tradition zu achten.
Laut der im Juli veröffentlichten ‚Fashion Industry Benchmarking Study‘ des US-Modeverbands United States Fashion Industry Association (USFIA) bewerteten 92 Prozent der Geschäftsinhaber:innen „protektionistische US-Handelspolitik und die damit verbundene politische Unsicherheit, einschließlich der Auswirkungen der Trump-Zölle“ als eine ihrer beiden größten geschäftlichen Herausforderungen im Jahr 2026. Diese Herausforderungen halten auch internationale Marken fern, sagte Danguillaume.
„Wir sehen, dass internationale Marken mit den US-Marktzöllen und Handelsspannungen zu kämpfen haben. Diejenigen, die sich für eine Tätigkeit in den USA entscheiden, sind gut vorbereitet und bereit, das Spiel mitzuspielen. Es gibt immer noch einen starken Appetit auf den Markt“, sagte Danguillaume. „Einige Marken haben jedoch das Gefühl, dass es im Moment zu viele Hindernisse gibt, weshalb sie die Erschließung des US-Marktes verschieben.“
Playtime Fest
Für den Sommer 2026 startete Playtime das Playtime Fest, ein Versuch, das klassische Messeformat für Einkäufer:innen unterhaltsamer zu gestalten. In New York umfasste das Angebot der Messe über 270 Marken. Diese deckten Produktkategorien von Mode bis Lifestyle, von Schuhen bis zu Accessoires und von Elternschaft bis zu Neugeborenen ab.
„Das Playtime Fest ergab sich für uns ganz natürlich als Thema für diese Saison. Es geht um gute Sommerstimmung, darum, Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen und zu versuchen, es zu einem unterhaltsamen, freudigen, aufregenden und entspannten Erlebnis zu machen“, sagte Danguillaume. „Wir sind nicht nur eine Messe. Wir versuchen, Aussteller:innen und Besucher:innen Aktionen rund um Mode, Emotionen und inspirierende Momente zu bieten.“
Auf der Messe suchen Einkäufer:innen nach dem, was ihre Kund:innen kaufen wollen, und Concept Stores haben sich zu einem der größten Trends des Jahres entwickelt. „Wir haben einen Anstieg der Anzahl von Concept Stores festgestellt, die es ihren Kund:innen ermöglichen, alles, was sie suchen, an einem Ort zu finden. Lifestyle-Produkte sind auch eine großartige Möglichkeit, Kund:innen anzulocken. Dann können sie gleichzeitig Mode und Accessoires entdecken, was zu zusätzlichen Käufen führt“, sagte sie.
Kinderschuhe
Unter allen auf der Playtime vorgestellten Kategorien scheinen Kinderschuhe die stärksten Argumente für den Einkauf im Geschäft zu haben, da Eltern immer noch bevorzugen, dort zu kaufen, wo ihre Kinder die Schuhe anprobieren können.
„Heute sehen wir, dass Schuhe eine Schlüsselrolle im Styling spielen, da kein Outfit ohne das richtige Paar Schuhe komplett ist. Qualität ist bei Kinderschuhen ebenfalls extrem wichtig. Daher ist es von Bedeutung, die Materialien zu fühlen und zu sehen, wie sie sich an Kinderfüße anpassen“, sagte Danguillaume. „Es ist etwas, das Eltern lieber neu kaufen als auf dem Secondhand-Markt. Wir sehen auch viele Modemarken, die mit Schuhlabels zusammenarbeiten, zum Beispiel The Campamento und Veja, Tinycottons und Victoria sowie Bobo Choses und Camper, um nur einige zu nennen.“
„Was die Modetrends betrifft, so haben die Aussteller:innen alles für Minimalist:innen oder Maximalist:innen mitgebracht. Die Komplett-Looks sind nicht zu übersehen! Passende Sets mit Aufdrucken stechen in dieser Saison besonders hervor. Mutige Farbkombinationen fallen ebenfalls auf, ebenso wie Barfuß-Modelle bei Schuhen und ein Wiederaufleben von Rucksäcken“, sagte sie.