Türkische Bekleidungsindustrie: „Wir sind Europas zuverlässiger Partner“
Die aktuelle Ausgabe der türkischen Bekleidungsmesse Istanbul Fashion Connection (IFCO) hat Anfang Februar 2026 erneut die internationale Bedeutung der türkischen Modeindustrie unterstrichen – trotz geopolitischer Spannungen und zunehmender Verwerfungen in den globalen Lieferketten. Mit fast 30.000 Besucher:innen aus 134 Ländern, rund 450 Aussteller:innen und einer klaren Positionierung als „zuverlässiger Partner“ Europas präsentierte sich die Branche selbstbewusst und strategisch ausgerichtet.
Die Messe fand vom 4. bis 7. Februar im Messezentrum İstanbul Fuar Merkezi statt und wurde von der Istanbuler Vereinigung der Bekleidungsexporteure, IHKIB, organisiert. Insgesamt wurden 29.746 Besucher:innen gezählt, davon 38,2 Prozent aus dem Ausland. Besonders stark vertreten waren Einkäufer:innen aus dem Nahen Osten (39,4 Prozent), gefolgt von Europa (27,4 Prozent) und Asien (18,9 Prozent).
Rund 450 Aussteller:innen deckten in sechs Hallen sämtliche Schlüsselsegmente ab – von Damen-, Herren- und Kindermode über Denim, Accessoires und Schuhe bis hin zu Couture, Abendmode sowie Heimtextilien. Die Messeorganisation betont: „Mit ihrer starken internationalen Beteiligung, der Tiefe ihrer Segmente und messbaren kommerziellen Ergebnissen hat die IFCO erneut ihre führende Position als eine der internationalen Mode- und Ordermessen bestätigt.“ Sie vereine „Designexzellenz, industrielle Kapazität und den Zugang zu globalen Märkten“ und spiele eine „Schlüsselrolle bei der Konsolidierung Istanbuls als strategisches Zentrum für die Zukunft des internationalen Modehandels“.
Integration der Linexpo stärkt Dessous-Segment
Eine zentrale Neuerung war die Integration der Fachmesse Linexpo und damit ein deutlich ausgebauter Bereich für Dessous- und Bademode. Ziel sei es gewesen, die „starke Position“ der Türkei in diesem strategischen Segment sichtbar zu machen.
Ümit Taş, Vertriebsleiter vom türkischen Homewear-Spezialisten Artış Collection, bewertet den Schritt positiv: „Die Verlegung der Linexpo in den Hauptbereich der Messe war eine großartige operative Entscheidung. Wenn alle Segmente auf einer Modemesse zusammenkommen, entsteht ein Mehrwert für Besucher:innen und Aussteller:innen.“ Für sein Unternehmen habe die Messe vor allem Kontakte zu Einkäufer:innen aus Ländern des Nahen Ostens gebracht. Sein Fazit: Die IFCO sei eine wichtige Plattform, um „den Kontakt zu bestehenden Einkäufer:innen zu pflegen“ und „neue Kund:innen zu gewinnen“.
Technologie als Zukunftsfaktor
Im Bereich „The Core Istanbul“ präsentierten 22 Designer:innen avantgardistische Kollektionen und technologische Innovationen. Besonders auffällig war der Einsatz von 3D-Druck sowie Künstlicher Intelligenz. So zeigte das Label Sudi Etuz ein 3D-gedrucktes Kleid aus halbfestem Material – ein Schritt in Richtung flexibler, additiv gefertigter Mode.
Zudem nutzten zahlreiche Marken generative KI zur Visualisierung ihrer Kollektionen. KI-generierte Models präsentierten die Designs auf Screens; teilweise wurden komplette Kampagnen aus einfachen Produktfotos entwickelt. Die technologische Offenheit unterstrich den Anspruch, Innovationskraft und Designkompetenz zu verbinden.
Europas ‚zuverlässiger Partner‘
Im Austausch mit der IFCO-Leitung und der Istanbuler Vereinigung der Bekleidungsexporteure (IHKIB) wurde die geopolitische Lage deutlich thematisiert. 2025 war von Handelskonflikten und Unsicherheiten geprägt. Zwar stiegen die gesamten türkischen Exporte um 4,5 Prozent auf 273,4 Milliarden US-Dollar, doch die Textilexporte sanken um 4,4 Prozent, die Bekleidungsexporte sogar um 6,3 Prozent.
Dennoch bleibt der Bekleidungssektor der viertgrößte Exportzweig des Landes und beschäftigt über 850.000 Menschen. Wichtigster Absatzmarkt ist die EU: 60,6 Prozent der Bekleidungsexporte gingen 2025 in den Binnenmarkt. Damit ist die Türkei drittgrößter Lieferant der EU – hinter China und Bangladesch.
Vor diesem Hintergrund positionieren sich die türkischen Branchenvertreter:innen als „wahrer zuverlässiger Partner Europas“. Begründet wird dies mit geografischer Nähe, industrieller Stärke sowie der Ausrichtung an europäischen Nachhaltigkeits- und Innovationsstandards. Gleichzeitig äußern sie Sorge über neue EU-Freihandelsabkommen, etwa mit Indien, die den Wettbewerbsdruck erhöhen könnten.
Mustafa Gültepe, Chairman der IHKIB, zieht ein positives Fazit: „Die IFCO hat gezeigt, dass die türkische Textilindustrie für die Zukunft gerüstet ist.“ Die Branche habe sich als „widerstandsfähig, designorientiert und strategisch positioniert“ präsentiert, um auch in schwierigen Zeiten nachhaltigen Wert für globale Märkte zu schaffen.
Auch IFCO-Präsident Mustafa Paşahan betont: „Die globale Textilindustrie durchläuft eine Transformationsphase.“ Die türkische Industrie zeichne sich jedoch durch „starke Designkompetenz und eine solide Produktionsinfrastruktur“ aus und entwickle sich „mit Zuversicht und Anpassungsfähigkeit“ weiter. Die IFCO spiegele diese Stärke wider, indem sie „Kreativität, Produktions-Know-how und internationales Geschäft zusammenbringt“ – und damit nicht nur auf Marktbedingungen reagiert, sondern aktiv Zukunft gestaltet.
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