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Die Praktikums-Realität – Teil 1: Erwartungen

Von Hannah Rafter

28. Nov. 2016

Mode

Für viele Studenten und Absolventen gilt das Erhaschen eines prestigeträchtigen Praktikumsplatzes als erster wichtiger Schritt zur Karriere in der Modebranche. Oft geht aber die Vorstellung vom Traumpraktikum nicht mit der Arbeitsrealität konform. Wie man seine Erwartungen am besten im Griff hat erklären wir hier.

Die Suche kann frustrierend sein: Oft erhält man auf seine Bewerbung eine standardisierte Absage oder gar keine Antwort. Die einen bewerben sich wahllos überall, die anderen sind zu selektiv und wollen den Traumjob oder gar nichts. Wie immer liegt der erfolgversprechendste Weg in der goldenen Mitte. Im ersten Teil der Serie teile ich meine wichtigsten Erfahrungen auf der Suche nach dem Praktikum Deiner Träume – aber auch, wie Du Deine Erwartungen an das Praktikum realistisch halten kannst.

Was sind die Schlüsselfaktoren, die Du in Betracht ziehen solltest, bevor du in die Tasten haust? Erst einmal solltest Du Dir Gedanken machen, welche Stelle du gerne hättest. Chefredakteur/in bei Vogue ist zwar ein guter Ausgangspunkt, allerdings sollten wir realistisch bleiben und den Blick offen halten für andere Möglichkeiten. So minimieren wir letzten Endes auch die Gefahr des Enttäuschtwerdens.

Erwartungen als Modepraktikant anpassen

Die Modebranche eröffnet uns mehr Möglichkeiten, als wir glauben. Welche Bereiche dieses großen Feldes interessieren Dich besonders? Je weiter Du dabei Deinen Interessenbereich fasst, desto besser. Bist Du kreativ? Schreibst Du gerne? Bist Du ein Designtalent? Oder gut in Mathe? Bedenke all diese Bereiche. Wenn Du an Marketing und PR interessiert bist, dann fokussiere Dich nicht auf die kreativen Jobs, auch wenn sie vielleicht glamouröser klingen. Wer weiß, welche Aufgaben du anvertraut bekommst, sobald Du einmal im Unternehmen bist. Das schöne am Praktikum ist, dass Du dabei herausfindest, welchen Weg du einschlagen willst. Du musst noch nicht final entscheiden, was es letzten Endes werden soll. Ich jedenfalls wusste es damals noch nicht.

Dasselbe gilt für die Art von Unternehmen, in dem Du arbeiten willst. Ein Start-Up, oder doch lieber ein großer Konzern? Ein kleines Label oder doch lieber ein großes Haus? In Deutschland oder im Ausland? Agentur? DOB oder HAKA? Schließe nichts voreilig aus und sei kein Mode-Snob bei den Bewerbungen. Einige meiner besten Praktika waren bei Organisationen, von denen ich vorher noch nie gehört hatte, die mir aber die besten Erfahrungen ermöglichten.

Auf jeden Fall solltest Du das Unternehmen, für das Du Dich bewirbst, recherchieren und Dein Wissen in die Bewerbung einfließen lassen. Ein weiterer Tipp ist, zu checken, ob sie auf RateMyPlacement.com (Der Trip Advisor der Praktika) gelistet sind. Auch wenn es sich anfühlt wie ein ewiger Prozess, wird es sich auszahlen. Insbesondere dann, wenn Du zum Gespräch eingeladen wirst und Deine Hausaufgaben schon gemacht hast.

Beim Einreichen Deiner Bewerbung, stelle sicher, dass Du Dich an gewünschte Formate hältst. Mache es demjenigen, der Deine Bewerbung bekommt, so einfach wie möglich. Wenn Du nichts von dem Unternehmen hörst, ist es in Ordnung, telefonisch oder per E-Mail nachzufragen, ob Dein CV angekommen ist. Stelle Dich aber auf eine lange Wartezeit ein, und nimm es nicht persönlich, wenn Du gar keine Antwort erhältst. Viele Unternehmen sind unterbesetzt und Dein Gegenüber ist auch nur ein Mensch.

Letzten Endes willst Du ein Praktikum, dass Deine Fähigkeiten ausbaut und Deinen Erfahrungsschatz bereichert. Es ist deshalb wichtig, dass Du Dir die Frage stellst, was Du gerne tun würdest und worin Du gut bist. Zugegebenermaßen klingen einige Praktikumsstellen auf dem Papier ziemlich standardisiert oder langweilig. Es kann sich daher lohnen, zwischen den Zeilen zu lesen. Was sucht die Company genau? Geht es um ein Praktikum, in dem Du etwas lernen sollst, oder klingt die Anzeige so, als täte man Dir einen Gefallen, das Praktikum überhaupt auszuschreiben? Davon gibt es nämlich auch reichlich.

Oft sind wir so glücklich, eine Stelle angeboten zu bekommen, insbesondere, wenn es sich um eine bei einem großen oder prestigeträchtigen Unternehmen handelt, dass wir erst zu spät herausfinden, dass wir dort nur die Post sortieren und Kaffee kochen sollen. Sei also immer darauf vorbereitet, dass die Stelle anders sein kann, als Du sie Dir ausgemalt hast, und nimm Dir innerlich vor, mit allem klarzukommen.

Wenn Du eine etwaige Vorstellung davon hast, was Du tun und wo Du einmal ankommen willst, dann ist es Zeit, deine Hausaufgaben zu machen, den Lebenslauf auf Vordermann zu bringen und die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen. Die besten Seiten, um eine Praktikum zu finden findest Du hier: FashionUnited (natürlich), U.K. Fashion Jobs, Fashion Workie, Twitter, LinkedIn. Vergiss auch nicht, dass viele Unternehmen auf ihren eigenen Karriereseiten oder via Social Media ihre Stellen ausschreiben.

Dieser Artikel wurde von Hannah Rafter, Gründerin und Chefredakteurin bei Intern 247 verfasst. @theintern247 theintern247.com

Fotos: Screenshots von ‚The Devil Wear Prada’, Movieclips,Youtube

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