Trotz anhaltender Proteste diverser Tierschutzorganisationen und dem allgemeinen Trend zum politisch korrekten Kunstpelz sind Felle zurzeit so begehrt wie nie zuvor. Wie das Deutsche Pelz Institut (DPI) jüngst mitteilte, wurde auf der alljährlichen Fellauktion in Kopenhagen ein Preisanstieg bei Swakara-Rohfellen von sage und schreibe 65 Prozent erzielt. Die Auktion gilt als größte der Branche und somit als Gradmesser für das aktuelle Preisniveau im Fellhandel. 60.000 Felle des namibischen Karakulschafes wurden versteigert. Der Name Swakara kommt von der Bezeichnung Süd-West-Afrika-Karakul, wurden von allen Modeländern gleichermaßen nachgefragt und konnten so die unglaublich hohen Preise erzielen. Andreas Lenhart, Präsident der International Fur Trade Federation (IFTF) und Vorsitzender des Deutschen Pelz Instituts kann den Boom im Pelzgeschäft noch gar nicht recht fassen: "In meiner fast 50-jährigen Karriere in der Pelzbranche ist eine solche Preisexplosion, insbesondere von einem ohnehin schon relativ hohen Preisniveau aus, noch nie vorgekommen. Hieran zeigt sich, was Nachfrage durch Mode bewirken kann. Die flachlockigen Swakara Felle kommen der zur Zeit herrschenden Figur betonten Mode entgegen und werden von den Top Designern auch in den Kollektionen für den kommenden Winter stark genutzt." Auch Zulieferer und Produzenten reiben sich angesichts der enormen Preissteigerungen die Hände: Wessel Visser, Manager des Agra-Pelz-Zentrums in Windhoek, ist besonders glücklich über die Preisentwicklung: "Wir hoffen, dass mit der Hausse auch die Produktion der Karakulschafe wieder erhöht wird." Tierfreunde können angesichts dieser Entwicklung jedoch trotzdem ruhig schlafen, denn Swakara-Felle werden von Wissenschaftlern als Ökofell vom Biolamm definiert und fallen so nicht in die Rubrik "Tierquälerei".

 

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