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Future Snoops' 2028-Vorausblick: Fünf Makrotrends für kulturelle Veränderungen

Jeden Januar veröffentlicht die Trendforschungsagentur Future Snoops (FS) ihre Makrotrends. Diese skizzieren langfristige kulturelle Verschiebungen für die nächsten zwei Jahre. Die Trends untersuchen, wie sich Ideen durch vernetzte kulturelle Systeme bewegen. Sie beeinflussen Lebensstile und Branchen, einschließlich der Mode.

Mit Blick auf 2028 deuten die Makrotrends auf einen schmalen Grat hin. Die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) für Effizienz und Skalierung steht einer neuen Betonung von menschlicher Intuition, lokaler Relevanz und langfristigem Denken gegenüber.

1. MeOS: Aufstieg der persönlichen Betriebssysteme

Ermöglicht durch KI, wird die nächste Evolution der vernetzten Welt nicht von Plattformen, sondern von Menschen definiert. Es geht darum, wie sie sich entscheiden, teilzunehmen. FS bezeichnet diesen Wandel als MeOS, kurz für ‚Me-Operating-System‘.

„Wir können eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise erwarten, wie Nutzer:innen online suchen und interagieren“, sagt Nivara Xaykao, Director of Culture & Consumer Insights bei FS. „KI bündelt das gesamte Internet praktisch in personalisierten Portalen für jede:n einzelne:n Nutzer:in.“

In der Praxis bedeutet dies, dass sich Verbraucher:innen nicht mehr durch lineare Trichter bewegen. Stattdessen findet die Entdeckung in KI-gesteuerten Umgebungen statt. Diese kuratieren Informationen, Produkte und Inspirationen individuell für die Nutzenden. Infolgedessen wird die Answer Engine Optimisation (AEO) zu einem strategischen Muss. AEO ist eine Marketingstrategie, die darauf abzielt, direkte Antworten in KI-gestützten Suchwerkzeugen zu liefern. „Das bedeutet, dass Marken ihre Kund:innen finden müssen und nicht umgekehrt“, erklärt Xaykao. „Daten werden der heilige Gral sein.“

KI beschleunigt auch die Co-Kreation und den Aufstieg der von Creative Commons inspirierten Produktion. FS erwartet einen Anstieg von Mikro-Ästhetiken, da Designer:innen, Marken und Verbraucher:innen mit algorithmischer Unterstützung zusammenarbeiten. Traditionelle Vorstellungen von Urheberschaft, Eigentum und Wert werden in Frage gestellt. Dies zwingt Marken dazu, Lizenz- und Vergütungsmodelle zu überdenken, ähnlich wie bei Experimenten wie der KI-Partnerschaft von Disney mit Sora von OpenAI.

„Für mich fühlt sich dieser Makrotrend sehr unmittelbar an“, fügt Xaykao hinzu. „Er wird die Funktionsweise des Einzelhandels, des Marketings und der kreativen Arbeit verändern. Letztendlich verlagert er die Macht hin zu den Einzelpersonen.“

KI-Shopping. Illustratives Bild aus dem FashionUnited-Archiv. Agentic Commerce in Aktion. Credits: Shopify Agentic Commerce Demo, Eigentum von Shopify.

2. Re-Sensitized: Rückkehr zum Bauchgefühl

Der Makrotrend ‚Re-Sensitized‘ konzentriert sich auf die menschliche Reaktion. „Jahrzehnte der Beschleunigung und Automatisierung haben unsere Sinne überstrapaziert“, sagt Laila Carey, Analystin für Kultur- und Verbraucher:inneneinblicke bei FS. Um sich in diesem neuen Terrain zurechtzufinden, müsse man sich wieder mehr auf Intuition und Bauchgefühl verlassen.

Laut FS ist eine der Schlüsselfragen, die sich Marken jetzt stellen müssen, wie sie über die datengesteuerte Optimierung hinaus eine Verbindung zu den Verbraucher:innen herstellen können. Emotionales Bewusstsein, körperliche Intelligenz und sensorisches Engagement gewinnen wieder an Bedeutung.

Carey hält dies für einen der dringendsten Trends, auf den man reagieren sollte. „Die Menschen unternehmen große Anstrengungen, um abzuschalten und sich auf neue Weise zu erwecken“, stellt sie fest. „Das Handy wegzulegen ist der neue Dry January.“ Es besteht eine echte Bereitschaft, sich von Kreativität wecken zu lassen. Man will sich wieder mit dem Körper verbinden und die eigenen Gefühle genauer beobachten.

Denken Sie an immersive Einzelhandelserlebnisse, taktile Materialien, langsameres Storytelling und kreative Formate. Diese laden eher zur Reflexion als zum sofortigen Konsum ein.

Menschenzentriert / Körper / Intuition / mit den eigenen Gefühlen in Kontakt sein / Bauchgefühl Credits: Foto von cottonbro studio

3. Future Keepers: Wert der langfristigen Perspektive

„In diesem kulturellen Klima wird Bewahrung genauso wichtig wie Innovation“, erklärt Carey. Der Wert verlagert sich hin zu widerstandsfähigen Ökosystemen, vergangenem Wissen, qualifiziertem Handwerk und generationenübergreifender Weisheit. Mit anderen Worten: Wir blicken zunehmend zurück.

Daher spielt Nostalgie eine entscheidende Rolle in diesem Makrotrend. FS zitiert eine Studie, die zeigt, dass 55 Prozent der Erwachsenen in den USA ausgemusterte Produkte für wertvoller halten als aktuelle Angebote. Die Verbraucher:innen sind bereit, durchschnittlich 32 Prozent mehr dafür zu bezahlen.

Jüngeren Generationen zu ermöglichen, die Zukunft nach ihren eigenen Vorstellungen mitzugestalten, ist zentral für diesen Wandel. FS verweist auf Plattformen wie Depop als Paradebeispiel. Über den Wiederverkauf hinaus investiert das Unternehmen in den langfristigen Erfolg von Verkäufer:innen der Gen Z. Dies geschieht durch Workshops, Bildungszentren und Mentoring-Programme. So wird die Nachhaltigkeit von der Kreislaufmode auf die Lebensgrundlagen der Gemeinschaft ausgeweitet.

Umweltverantwortung steht ebenfalls im Mittelpunkt dieses Makrotrends. Sie ist nicht nur eine Nachhaltigkeitsstrategie, sondern auch eine Form des kulturellen und ökologischen Erbes.

Illustratives Bild aus dem FashionUnited-Archiv. Finders Keepers bietet eine kuratierte Sammlung von Vintage-Stücken aus den 1970er bis frühen 2000er Jahren. Credits: Finders Keepers.
Bild zu Illustrationszwecken aus dem FU-Archiv.Credits: Bild: Depop

4. Outer Vision: Intelligenz durch Nähe

Die nächste Welle der Intelligenz, so argumentiert FS, wird nicht aus der Skalierung, sondern aus der Nähe kommen. ‚Outer Vision‘ konzentriert sich auf hyperlokale Einblicke, langsame Beobachtung und Verbindungen in der realen Welt. Hyperlokalismus wird ein tiefes Verständnis erfordern.

„Treffen, Nachbarschaftsecken und genaue kulturelle Beobachtungen füllen die Nuancen aus“, erklärt Xaykao. „Dies schafft einen Vorteil im echten Leben (IRL), sowohl im Einzelhandel als auch in der Werbung.“

Während KI weiterhin Einblicke auf Makroebene unterstützt, suchen Designer:innen und Marken zunehmend Inspiration abseits des Netzes. Das US-amerikanische Unternehmen Target blickt beispielsweise bereits über konventionelle Trend-Pipelines hinaus. KI hilft bei der Verarbeitung breiter Erkenntnisse. Gleichzeitig durchqueren Designer:innen Nischenveranstaltungen und kulturelle Enklaven, von westlichen Subkulturen bis zum Après-Ski-Leben. Dort nehmen aufkommende Trends zuerst Gestalt an.

Zudem ist Klarheit entscheidend. „Wenn man alle anspricht, spricht man niemanden an“, betont Xaykao. FS hebt Nischenwachstumsbereiche wie Männerkosmetik, Haustierpflege und alternde Bevölkerungen hervor. Ein Beispiel ist Pilates für Senior:innen über 60 in Japan, das kulturell an Dynamik gewinnt.

Eine weitere Erkenntnis für Marken, so FS, ist es, lang gehegte Annahmen darüber zu hinterfragen, wer ihre Zielgruppe wirklich ist.

Bild zu Illustrationszwecken aus dem FU-Archiv. Kate Spade New York x Target Kollektion Credits: Target

5. Materialwissenschaft

Der Makrotrend 'Materialwissenschaft' konzentriert sich darauf, wie Fortschritte in Wissenschaft und Technologie die Materialentwicklung neu gestalten. Dies wiederum verändert die Mode auf Faserebene. Die beschleunigte Materialwissenschaft erschließt eine neue Generation von biobasierten und biotechnologischen Materialien.

„KI gibt uns die Fähigkeit, uns neue Materialien und die Formeln zu ihrer Herstellung vorzustellen“, stellt FS fest. Dieser Ansatz wird bereits von Biotech-Unternehmen wie Solena erforscht.

Für Marken wirft dies eine Reihe von Fragen auf: Wie könnte die Produktion selbst Teil der Markengeschichte werden und Authentizität, Qualität oder Innovation signalisieren? Welche Partnerschaften oder Arbeitsabläufe könnten Designer:innen näher an die Materialwissenschaft hinter ihren Produkten bringen? Und wie können die Vorteile von biotechnologischen Materialien und Methoden effektiver kommuniziert werden?

Bild zu Illustrationszwecken aus dem FU-Archiv. Emma Håkansson trägt Biomaterialien, die Wolle ähneln Credits: Emma Håkansson
BrightBio, ein biobasiertes Material der nächsten Generation, das für nachhaltige Leistung entwickelt wurde. Credits: Brightplus

Vorerst ist die Branche noch in Bewegung, und die Jahre 2026 und 2027 liegen noch vor uns.

Dieser Artikel wurde mithilfe von digitalen Tools übersetzt.

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