Eine Modenschau in einem Kaufhaus nach Ladenschluss hat immer auch etwas Absurdes: Abgedeckte Verkaufstresen, verdunkelte Regalecken und kein hektischer Kunde weit und breit. Dafür eine Garderobe im Eingangsbereich des Berliner Kaufhauses mit französischem Ursprung, den Galeries Lafayette an der Friedrichstraße.

Im zweiten Stock stehen halbgefüllte Proseccogläser zwischen Pulloverstapeln, gut gefüllte Stuhlreihen im Gang und ältere Damen, die im Takt der Musik mit dem Kopf wippen. Dahinter fröhliches Verkaufspersonal, das auch sehen will, wie sich ihr Arbeitgeber den Frühling und Sommer in Berlin so vorstellt. Trist wird es auf jeden Fall nicht. Bunte Jäckchen zu schwingenden Röcken - soweit so gut -, aber beim Styling war wohl die Auswahl im Haus zu groß, kein Mangel an Tüchern, bunten Strümpfen und weiteren Accessoires, alles etwas wahllos. Vielleicht wünscht sich ja der eine oder andere elegante Franzose insgeheim ein wenig von der viel besungenen Berliner Sorglosigkeit, was die Kleiderwahl angeht. Auch bei den Frisuren der Models hatte man an diesem Abend auf Zurückhaltung verzichtet: Erst gab's blonde toupierte Massen, dann helle glatte Mähnen, dann schwarze und zum Schluss Kopftücher. Nach fast einer Stunde, in der scheinbar fast das ganze Sortiment sehen war, gab's noch feinste Designerware von Vivienne Westwood, Comme de Garçons und dem holländischen Designerduo Viktor & Rolf.

Es ehrt die Veranstalter, dass sie, neben Produkten von noch unbekannten aber begabten Nachwuchsdesignern, auch Designer wie Viktor & Rolf im Portfolio haben. Nach der Schau bedankte sich Kaufhauschef bei seinen Einkäufern und bat seine Gäste erst ans Büfett und danach an die Kassen - denn an diesem Abend durfte noch geshoppt werden.

 

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