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Grätschen für die Mode

Von FashionUnited

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Fußball ist schick. Schnauzbärte und Männerdauerwellen sind selten geworden auf dem grünen Rasen. Längst wissen die meisten Berufsfußballer ebenso gut über Modemarken wie Dolce & Gabbana und Gucci Bescheid, wie über Real Madrid und den Fallrückzieher. Und dann ist da ja noch die Europameisterschaft, die in ein paar Wochen in Portugal beginnt. Auch wenn Deutschland dabei sportlich nicht glänzen sollte - modisch wird kräftig nachgeholfen.

Da wäre zum Beispiel manndecker.de. Das frisch gegründete Label aus Hamburg bietet Soccerwear übers Internet an. Bedruckte T-Shirts, die zwar die Begeisterung für Fußball im allgemeinen erkennen lassen, aber sich dem Thema eher auf eine distanzierte Weise nähern. Als Zielgruppe können durchaus auch Frauen gelten, denn die T-Shirts gibt es auch in

Größe XS. An den klassischen Fußballfan dachte Bernd Engel auch nicht, als er sein Label manndecker.de gründete. Für Kuttenträger hat er nichts im Repertoire: "Ich will mich nicht an die Bundesliga ranhängen." Vielmehr ginge es darum "möglichst nah an die Seele des Fußballs heranzukommen." Lieb- und witzlose Merchandising-Ware oder platte Fun-Shirts gibt es schon genug, findet Bernd Engel.

Für ihn war die EM ein Anlass, um die erste Sommerkollektion zusammen mit einem Designer zu entwerfen und über das Internet zu vertreiben. Es gibt zwei Linien "Tactics" und "Players", die aus T-Shirts, Sweatern, Trainingsjacken, Kapuzenpullovern und Kleidern bestehen. Bei "Tactics" geht es um die Weisheiten, Legenden und Mythen der Fußballwelt, so ziert ein Shirt der Aufdruck "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen" oder "Dnjepropetrowsk" (was allen HSV-Anhängern als unangenehmes Uefa-Cup Erlebnis in Erinnerung sein dürfte).

Die Linie "Players" ist dezenter gehalten: Die Kleidungsstücke tragen Namen und Rückennummern von ehemaligen und aktuellen Helden wie "Katsche", "Michael" (Ballack) oder "Zizou" (Zidane). Die Leipziger Firma "Spreadshirt" kümmert sich um Produktion, Bestellabwicklung, Rechnungsstellung und Logistik. Werbung für manndecker.de wird über kostenlose Edgar-Postkarten gemacht, die in Kneipen und Lokalen ausliegen. Ohne das Internet würde es manndecker vielleicht nicht geben: "Das Internet bietet die Möglichkeit, ohne große Investitionen ein Modelabel aufzubauen", so Engel. Zwei Kollektionen pro Jahr sind geplant - mit neuen Motiven, und für den Winter kommen neue Jacken und Pullover dazu. Aber auch Bernd Engel weiß, dass sich das modische Bewusstsein in den Fanstehkurven weiterentwickelt hat. Deshalb freut er sich, wenn auch Ultras manndecker-Stücke tragen.

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