Nachwuchsförderung wird seit einiger Zeit groß geschrieben. Nicht nur in Deutschland, auch international hat die Newcomer-Awarderitis bereits weite Teile der Gesellschaft befallen. Die beste Band, der beste Tänzer, die schönste Frau, der gehorsamste Roadie - der geneigte Jung-Karrierist wurde noch nie so sehr gebauchpinselt wie in diesen Monaten. Auch die Mode hat bereits vor Jahren den kreativen Nachwuchs als förderungswürdig entdeckt und profitiert so nicht nur vom Talent der Wettbewerbsteilnehmer, sondern hat auch gleichzeitig ein sehr gut funktionierendes PR-Tool aktiviert.

Egal ob Beck's, Karstadt oder Nokia, Jungdesigner haben mittlerweile mehrmals im Jahr bei diversen Marken-Contests die Möglichkeit, einen Award, Preisgelder oder andere Förderungen zu gewinnen. Vor allem im Rahmen von Modewochen oder Textilmessen schreibt man gerne einen Wettbewerb aus, den es nicht nur zu gewinnen, sondern vor allem auch zu bestaunen gilt. Der Schauplatz der jüngsten Preisverleihung in Sachen Nachwuchsdesign fand auf der momentan in Düsseldorf stattfindenden Segment-Messe Body Look statt. Hier prämierte die Messeleitung gemeinsam mit der Zeitschrift "Linie International" die besten, jungen Beachwear-Designer im deutschsprachigen Raum. Eine fachlich durchaus urteilsberechtigte Jury bewertete dabei die Kollektionen von zehn vorab ausgewählten Teilnehmern, wobei die Fachkompetenz des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin an dieser Stelle eindeutig in Frage gestellt werden darf. Aber wenn was los ist, in der Stadt, darf der Bürgermeister eben nicht fehlen, und so eine Bikini-Modenschau ist aus Sicht des Regierenden sicherlich auch jedem Fassanstich bei den Kleintierzüchtern vorzuziehen.

Neben der puren Lebensfreude zählten bei der Ausscheidung jedoch auch noch andere Bewertungskriterien wie Verkaufbarkeit und natürlich Kreativität. Unter den 700 geladenen Gästen befanden sich nach Angaben der Veranstalter schließlich auch etliche Fachhändler, die ihre Fühler nach den neuesten Entwürfen der Nachwuchsdesigner bereits ausgestreckt hätten.

Gewonnen hat den Linie First Look 2007 übrigens die junge deutsche Designerin Mette Hoff mit ihrem Label Hoff by Hoff (eventuelle Analogien zu Baywatch sind hier also rein zufällig). Mette Hoff darf nun ihre Kollektion ein Jahr lang kostenlos in der Zeitschrift Linie International mit einer Anzeigenkampagne bewerben. Da die Mode keine Grenzen kennt oder in dieser Branche heimlich eine deutsche Westerweiterung stattgefunden hat, kommt die zweite Siegerin aus den Niederlanden. Das Beachwear-Label Kymare von Kim Wormgoor überzeugte die Jury ebenfalls, so dass diese auf der nächsten Body Look im Juli 2008 einen eigenen Messestand gestiftet bekommt. Platz drei belegte Sabine Lina Heckmann mit ihrer Ewav - Wave Kollektion. Sie darf ihre Entwürfe drei Monate lang in den Galeries Lafayette in Berlin zeigen und verkaufen. Allen Unkrenrufen zum Trotz wird den Designerinnen sicherlich zukünftig mehr Aufmerksamkeit zuteil, als vor dem Wettbewerb. Ob PR-Show oder nicht, der Nachwuchs profitiert eben tatsächlich von solchen Ausschreibungen.

www.linie-international.com

 

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