Konsum: Verbraucherverhalten nach dem Lockdown

Während immer mehr von uns wieder aus dem monatelangen Lockdown auftauchen, kündigen einige Prognostiker im Einzelhandel eine rasche Rückkehr zum "Business as usual" an. Abgesehen von den Fallen der erzwungenen sozialen Distanzierung, den Desinfektionsstationen und den hässlichen Pfeilen, die uns wie Vieh durch die Gänge der Geschäfte treiben, ermutigen sie eifrig zu ein wenig ‘Retail Therapy’.

Viele werden jedoch enttäuscht sein, da die Verbraucher nach der Covid-Pandemie eher zögerlich und mit erhöhter Vorsicht zum Konsum zurückkehren.

Während Medienberichte in der vergangenen Woche endlose Schlangen vor beliebten Geschäften wie Zara, Primark und JD Sports in Einkaufsstraßen zeigten, als die Geschäfte wieder öffneten, sind die Besucherzahlen trotz anfänglicher Begeisterung im Jahresvergleich um ein Drittel rückläufig.

Eine lokale Perspektive

Da Reisebeschränkungen nun die Norm sind, sind Verbraucher gezwungen, mehr vor Ort einzukaufen. Und während allgemein angenommen wird, dass es Verbraucher, sobald das Reisen als sicher gilt und Züge und Busse wieder nach normalem Fahrplan fahren, in weiter entfernte Gebiete lockt, ist das Gegenteil der Fall.

Eine kürzlich von Deloitte durchgeführte Umfrage ergab, dass 57 Prozent der Verbraucher heute mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Marken kaufen, die vor Ort herstellen lassen, als vor der Pandemie.

Dies knüpft an eine auf Nachhaltigkeit geschulte Konsumhaltung an. Das Coronavirus hat uns allen die ökologischen Auswirkungen der Produktion, des Reisens und letztlich unserer eigenen Konsumgewohnheiten bewusster gemacht. Wie die Zahlen zeigen, wird sich dies in einem erneuten Interesse an lokaler Produktion und lokalem Einzelhandel manifestieren.

Konsum: Verbraucherverhalten nach dem Lockdown

Lippenbekenntnisse von Unternehmen

Die intensive Untersuchung, die Marken und Einzelhändler während der Pandemie erfahren haben, rächt sich jetzt. 28 Prozent der Verbraucher der Generation Z - unserer sozial engagiertesten Generation - sagen, dass sie aufgrund der Reaktion von Marken auf den Coronavirus-Ausbruch nicht mehr bei ihnen einkaufen. Marken, die den Profit vor Menschen stellen und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter missachten, werden unter diesem Fehler leiden.

Marken, die positiv reagierten und ihren Mitarbeitern und Communities halfen und wirkungsvolle Maßnahmen demonstrierten, sind besser dran. 62 Prozent der befragten Verbraucher geben an, dass sie ihr Geld eher für Marken ausgeben, von denen sie glauben, dass sie verantwortungsbewusst gehandelt haben.

Eine ausgeprägte Sensibilität für Markenwerte wird die zukünftigen Konsumenten prägen und Marken mit vagen, zweideutigen oder ausschließenden Botschaften zu kurz kommen lassen.

Digital First

Im Mai machte der Onlineumsatz 33,4 Prozent des gesamten Einzelhandels in Großbritannien aus; ein Zuwachs von 19,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Und da viele Marken während des Lockdowns neue, ausschließlich digitale Zielgruppen hinzugewonnen haben, wird ein effektiver Digital-First-Ansatz als ein System der Zukunftssicherheit in Betracht gezogen.

Viele CEOs haben öffentlich gesagt, dass der direkte Kundenverkauf sie entweder gerettet hat oder in Fällen, in denen es an Investitionen mangelte, ihr größtes Bedauern war.

In der gesamten Modebranche erwägen progressive Führungskräfte effektivere Wege, um direktere Verbindungen zu ‘digital Natives’ herzustellen. Inditex-Gründer Amancio Ortega hat einen Plan angekündigt, bis 2022 1 Milliarde Euro für sein Online-Angebot auszugeben und gleichzeitig 1.200 seiner Geschäfte weltweit zu schließen.

Jene Führungskräfte, die sagen, dass nichts die Erfahrung im stationären Einzelhandel übertreffe, werden durch diejenigen ersetzt werden, die erfolgreich Innovationen einführen, um die Erfahrung in den Geschäften auf den digitalen Bereich zu übertragen.

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von Trendstop

 

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