Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist laut einem Gutachten der "Gesellschaft für Konsumforschung" (GfK) im Spätsommer diesen Jahres unverändert gut, die Zukunftsaussichten bewerten jedoch viele Bürger als eher mau. Vor allem bei der Entwicklung ihrer finanziellen Lage reagieren die Bürger sehr zurückhaltend, um nicht zu sagen, pessimistisch. Auch die Zukunftsaussichten bei der Konjunktur bewerten die Verbraucher als eher negativ.

Trotzdem prognostiziert die GfK auf Basis der Indikatorenwerte für den privaten Konsum in Deutschland für das Jahr 2006 eine Zunahme von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Konsumklima scheinen die wenig zuversichtlichen Erwartungen der Bürger also nicht besonders negativ zu beeinflussen, was jedoch vor allem daran liegen dürfte, dass sich viele Kunden dazu durchgerungen zu haben scheinen, vor der bevorstehenden Mehrwertsteuer-Eröhung auf 19 Prozent, die im Januar 2007 in Kraft treten soll, noch einige Anschaffungen zu tätigen. Ansonsten nimmt die Verunsicherung hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bei den Konsumenten weiter zu. Im August büßte der Indikator laut der neuesten GfK-Studie gegenüber dem Vormonat gut 4 Punkte ein und liegt nun bei einem Wert von 11,4 Punkten. Das sind jedoch immer noch 23 Punkte mehr als im August 2005, als der Konsumklimaindex einen absoluten Tiefpunkt erreicht hatte.

"Obwohl der Indikatorwert zum dritten Mal in Folge gesunken ist, wäre es verfrüht, das als ein Zeichen eines bevorstehenden Konjunkturabschwungs zu interpretieren. Es zeigt jedoch, dass die Verbraucher offenbar davon ausgehen, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten weniger schwungvoll entwickeln wird. Ihre Skepsis zielt dabei auf das kommende Jahr, in dem die privaten Haushalte durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer und den Wegfall steuerlicher Vorteile wie Pendlerpauschale und Steuerfreibetrag stärker belastet werden. Der gesunkene Optimismus dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sie mit der Arbeit der Regierung derzeit unzufriedener sind. Art und Tempo der Umsetzung notwendiger Reformen werden als unbefriedigend wahrgenommen," so die Einschätzung der GfK.

Unverändert zum Vormonat blieb hingegen die Einkommenserwartungen. Hier liegt der Indikator nach wie vor bei minus 3,8 Punkten und damit unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts von Null. Vor allem im Osten Deutschlands bewerten die Menschen ihre Einkommensaussichten nach wie vor deutlich schlechter als die Verbraucher in den alten Bundesländern. Die Bereitschaft, in naher Zukunft größere Anschaffungen zu tätigen, ist hier jedoch auf nahezu gleich hohem Niveau, wie im Westen.

Es ist also anzunehmen, dass sich das momentan noch so gute Konsumklima nach dem Inkrafttreten der Mehrwertsteuererhöhung zum Beginn des kommenden Jahres den schlechten Werten bei den Einkommenserwartungen angleicht. Finanzanalysten erwarten für die nächsten sechs Monate sogar eine deutliche Verschlechterung der konjunkturellen Lage.

 

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